Deutsche Automobilindustrie warnt vor Handelskrieg mit den USA

Die deutsche Autoindustrie hat die Ankündigungen aus China für eine stärkere Öffnung der Wirtschaft begrüßt

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat angesichts der jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen Strafzöllen vor einem Handelskrieg gewarnt. "Wir beobachten die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge", erklärte VDA-Präsident Bernhard Mattes am Montag. Strafzölle könnten keine Lösung sein, und in einem Handelskrieg gäbe es "nur Verlierer - auf allen Seiten".

Der VDA reagierte auf Trumps Drohung, möglicherweise auch europäische Autobauer mit Strafzöllen zu belegen, nachdem er solche Maßnahmen für Stahl- und Aluminiumimporte angekündigt hatte. So erklärte Trump am Wochenende, er könne die Produkte europäischer Autobauer mit einer Sonderabgabe belegen, falls die EU Strafzölle auf US-Produkte erhebe. Trump will mit den Zöllen die US-Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz schützen und neue Jobs schaffen.

Mattes verwies darauf, dass die deutschen Autobauer in den USA auch einen "erheblichen Beitrag" zur automobilen Handelsbilanz des Landes leisteten: Ihr Anteil am US-Export von Autos sei mit rund einem Viertel dreimal so hoch wie der US-Marktanteil der deutschen Autobauer. Die Produktion in den USA werde seit Jahren "strategisch" ausgebaut, gleichzeitig sinke der Export aus Deutschland.

Laut VDA exportierten die deutschen Autobauer 2017 rund 494.000 Autos in die USA. Die Produktion an US-Standorten belief sich demnach auf 804.000 Fahrzeuge.

Für beide Seiten bringe der derzeitige Handel Vorteile, erklärte der VDA. Diese dürften "nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden".