Deutsche Autobauer sind Jobmaschinen im Süden der USA

Der US-Marktanteil mag klein sein. Doch die deutschen Autobauer sind ein wichtiger Arbeitgeber. Denn viele Werke stehen im strukturschwachen Süden.


Der Verband der Automobilindustrie (VDA) betonte erst am Dienstag wieder, welchen Beitrag BMW, Daimler und VW für die US-Handelsbilanz leisten. „Gut jedes zweite Auto, das unsere Hersteller in den USA produzieren, geht als Export nach Europa, Asien und den Rest der Welt. Es handelt sich um rund 430.000 Fahrzeuge“, stellte VDA-Chef Bernhard Mattes klar.

Das entspricht rund 25 Prozent aller Pkw-Exporte aus den USA, dabei liegt der Marktanteil der deutschen Autobauer nur bei acht Prozent. Im vergangenen Jahr haben die deutschen Hersteller 1,4 Millionen Autos in den USA verkauft.

Laut VDA beschäftigen sie 36.500 Mitarbeiter in den USA. Hinzu kommen 80.000 weitere Arbeitsplätze, die deutsche Zulieferer geschaffen haben. Sie sind den Herstellern gefolgt und beliefern nun auch andere Konzerne, die in den USA, Mexiko oder Kanada produzieren.

Zwar liegen die Deutschen deutlich hinter den großen US-Konzernen wie General Motors (GM) und Ford zurück. Doch sie sind gerade im Süden des Landes, wo ihre Werke stehen, zu einem wichtigen Wirtschaftsmotor geworden, wie der Fall BMW zeigt.

Das weltweit größte Werk des Münchener Autobauers steht in Spartanburg, im US-Bundesstaat North Carolina. BMW ist der wichtigste Arbeitgeber der Region, hat 9000 Jobs geschaffen, jeden Tag laufen 1400 Autos vom Band.


Der Gouverneur des Bundesstaates, Henry McMaster, müsste sich eigentlich hinter den Konzern stellen, fordert die Demokratische Partei. Doch McMaster ist ein früher Unterstützer von US-Präsident Trump und hält sich im Zollstreit daher lieber zurück. Im November steht seine Wiederwahl an, wer will da schon den Zorn des Präsidenten auf sich ziehen?

Doch die Diskussion um die Folgen von Trumps anvisierten Strafzöllen geht weiter, in South Carolina genauso wie in Tennessee und Alabama, wo VW und Daimler produzieren. BMW stellt in Spartanburg die SUV-Modelle für den Weltmarkt her, vom kompakten X3 bis zum großen X6. 70 Prozent davon werden aus South Carolina in alle Welt verschifft. Das macht BMW zum größten Autoexporteur der USA, vor Fiat-Chrysler und Ford.

Neun Milliarden Dollar haben die Münchener in Spartanburg investiert, und eigentlich wollten sie das Werk noch ausbauen. Bis 2021 waren zusätzliche Investitionen von 800 Millionen Dollar geplant, 1000 neue Jobs sollten entstehen. Doch ob das in einer von Strafzöllen geprägten Welt noch gilt, ist fraglich.

VW hat sein 2011 eröffnetes Werk in Chattanooga, Tennessee, zuletzt 2015 vergrößert. Die Fabrik mit ihren 3200 Beschäftigten hat eine Produktionskapazität von 150.000 Autos. Neben dem Passat rollt dort der SUV Atlas vom Band. Mercedes-Benz baut in Tuscaloosa, Alabama, Geländewagen und die C-Klasse für den nordamerikanischen Markt. 3500 Beschäftigte arbeiten dort.