Deutsche Außenpolitiker betonen Rolle Moskaus bei internationaler Konfliktlösung

Vor dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin haben deutsche Außenpolitiker Russland eine wichtige Rolle bei der Lösung internationaler Krisen attestiert

Vor dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin haben deutsche Außenpolitiker Russland eine wichtige Rolle bei der Lösung internationaler Krisen attestiert. Egal ob Naher Osten, Libyen oder der Konflikt in der Ostukraine - "das sind alles Themen, bei denen Herr Putin großen Einfluss hat", sagte der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour der "Passauer Neuen Presse" vom Samstag.

In Hinblick auf den Konflikt um den Iran könne Moskau seinen guten Draht nach Teheran nutzen, um das Land zum Festhalten am Atomvertrag zu bewegen. "Es geht hier um das Hindernis schlechthin, das Irans Zugriff auf Atomwaffen verhindert", mahnte Nouripour.

Der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid hofft auf Unterstützung aus Moskau für die deutschen Bemühungen um eine Befriedung des Konflikts im Libyen. "Es wäre auf alle Fälle ein Erfolg, wenn wir Russland bei diesen Bemühungen einbeziehen könnten", sagte er der Zeitung.

Der FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff sagte der Zeitung, das deutsch-russische Verhältnis sei ungeachtet grundlegender politischer Gegensätze "ein Schatz". "Es gibt so enge deutsch-russische Beziehungen auf vielen Feldern, dass wir, glaube ich, an Russland näher dran sind als andere Länder des Westens."

Merkel und Maas treffen sich am Samstagmittag in Moskau mit Putin. Bei einem gemeinsamen Mittagessen sollen nach Angaben der Bundesregierung aktuelle internationale Themen erörtert werden, darunter die Lage in Syrien, in Libyen, im Irak, im Iran und in der Ukraine. Zudem sollen bilaterale Fragen besprochen werden.