Deutsche Anleihen ziehen stark an - Zehnjahresrendite kurz unter 1 Prozent

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Freitag in die Höhe geschnellt. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> zog bis zum Abend um 1,45 Prozent auf 154,36 Punkte an. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen war im Gegenzug erstmals seit Ende Mai wieder kurz unter die 1-Prozent-Marke gesackt und notierte zuletzt bei 1,02 Prozent. Auch europaweit gerieten die Renditen deutlich unter Druck.

Die Kurse der als sicher geltenden Staatspapiere wurden von der überraschend schwachen Unternehmensstimmung im Euroraum angetrieben. Diese signalisiert mittlerweile eine schrumpfende Wirtschaft. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel im Juli im Vergleich zum Vormonat einer ersten Umfragerunde zufolge um 2,6 Punkte auf 49,4 Zähler. Damit liegt die Kennzahl unter der wichtigen Grenze von 50 Punkten, die zwischen Wirtschaftswachstum und Schrumpfung trennt.

"Die Rezession rauscht an", schrieb Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. "Hohe Inflationsraten, nicht funktionierende Lieferketten, der Krieg in der Ukraine und nun auch noch eine drohende Gaskrise belasten den Verbraucher und den Unternehmer gleichermaßen."

Generell erhalten sichere Anlagen derzeit Rückenwind zum einen von der Frage, ob die wiederaufgenommenen Erdgaslieferungen durch Russland dauerhaft erfolgen. Zum anderen verunsichert die ungewisse politische Zukunft Italiens, wo Ende September vorgezogene Neuwahlen stattfinden sollen.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.