Deutsche Anleihen wenig verändert - Südeuropa im Aufwind

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben sich am Dienstag bis zum Mittag im Kurs wenig verändert. Der richtungweisende Euro-Bund-Future <DE0009652644> lag zuletzt leicht in der Gewinnzone bei 172,89 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug minus 0,47 Prozent.

Deutliche Gewinne verzeichneten Staatsanleihen südeuropäischer Länder wie Italien, Spanien oder Griechenland. Die Papiere profitierten vom Wiederaufbauplan für die europäische Wirtschaft nach der Corona-Krise, der von Deutschland und Frankreich am Vortag vorgelegt worden war. Der Plan sieht eine Schuldenaufnahme von bis zu 500 Milliarden Euro vor. Die Schulden sollen die EU-Länder über Beiträge zum EU-Haushalt und über lange Zeit abtragen.

Während die Finanzmärkte den Plan begrüßten, dämpften Ökonomen die Euphorie: Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer wies auf zahlreiche Hürden hin, darunter Widerstand aus einzelnen EU-Ländern. Gelder dürften frühestens ab dem Jahr 2021 fließen. Ähnlich äußerte sich Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire im französischen Parlament.

Konjunkturdaten aus Deutschland stärkten die Zuversicht von Ökonomen, dass sich die Wirtschaft im zweiten Halbjahr von der Corona-Krise erholen wird. Die Konjunkturerwartungen des Mannheimer ZEW-Instituts stiegen im Mai den zweiten Monat in Folge an. Die Konjunkturlage wurde jedoch abermals deutlich schlechter bewertet.

Im Nachmittagshandel dürften Anleger vor allem Auftritte von US-Notenbankchef Jerome Powell und US-Finanzminister Steve Mnuchin vor einem Kongressausschuss verfolgen. Es wird erwartet, dass Powell abermals für zusätzliche Staatshilfen plädieren wird.