Deutsche Anleihen verlieren stark - Hoffnung auf Impfstoff

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Montag erheblich unter Druck geraten. Auslöser waren sehr positiv aufgenommene Nachrichten zu einem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech <US09075V1026> und des Pharmakonzerns Pfizer <US7170811035>. Während die Aktienmärkte stark zulegten, gaben als sicher empfundene Anlagen wie Bundeswertpapiere stark nach.

Bis zum Abend fiel der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> um mehr als ein Prozent bis auf 174,26 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg kräftig auf minus 0,50 Prozent. Das ist der höchste Stand seit etwa einem Monat. Auch andere europäische Staatsanleihen gaben im Kurs deutlich nach.

Der Wochenauftakt an den Finanzmärkten wurde durch zwei entscheidende Ereignisse geprägt. Zum einen sorgte der Sieg des Demokraten Joe Biden in der US-Präsidentschaftswahl für gute Stimmung an den Märkten. Hauptgrund war die Erleichterung darüber, dass der Wahlkrimi entschieden ist. Hinzu kommt die mit Biden verbundene Erwartung einer weniger konflikthaltigen Politik als die des amtierenden Präsidenten Donald Trump.

Noch entscheidender für die Finanzmärkte war jedoch eine Nachricht der Pharmaunternehmen Biontech <US09075V1026> und Pfizer <US7170811035>, die über äußerst positive Testergebnisse ihres in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoffs berichteten. Analyst Robin Winkler von der Deutschen Bank sprach von einem "Durchbruch" in der Suche nach einem Corona-Impfstoff. Von der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs hängt wesentlich ab, wie lange die Pandemie und die ergriffenen Gegenmaßnahmen die Wirtschaftsaktivität lähmen.

Konjunkturdaten spielten in diesem Umfeld keine große Rolle. Die Konjunkturstimmung des Analyseunternehmens Sentix fiel im November den zweiten Monat in Folge. Allerdings fiel der Rückgang nicht besonders stark aus. Sentix begründete die Entwicklung mit der soliden Konjunktur in Asien und den USA. Daten vom deutschen Außenhandel zeigten eine anhaltende Erholung von der ersten Corona-Welle, allerdings mit abnehmendem Tempo.

Deutliche Bewegung gab es am griechischen Rentenmarkt. Dort fiel der Zins für zweijährige Schuldtitel im Vormittagshandel erstmals unter die Nulllinie, während die Rendite zehnjähriger Bonds auf ein Rekordtief sank. Analysten verwiesen auf die Entscheidung der Ratingagentur Moody's vom Freitagabend, die Kreditwürdigkeit des Landes leicht anzuheben.