Deutsche Anleihen verlieren kräftig - Hoffnung auf Impfstoff

·Lesedauer: 1 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Montag erheblich unter Druck geraten. Auslöser waren sehr positiv aufgenommene Nachrichten zu einem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer. Während die Aktienmärkte stark zulegten, gerieten sichere Anlagen wie Bundeswertpapiere erheblich unter Druck.

Am Mittag fiel der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> um 0,25 Prozent auf 175,68 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg kräftig auf minus 0,56 Prozent. Auch andere europäische Staatsanleihen gaben im Kurs deutlich nach.

Nach der Entscheidung des Rennens um die US-Präsidentschaft herrschte an den Finanzmärkten ohnehin gute Stimmung. Für starken Auftrieb sorgte aber erst die Nachricht, dass ein Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer einen mehr als 90-prozentigen Schutz gegen die Corona-Krankheit Covid-19 biete. Schwere Nebenwirkungen seien nicht registriert worden. Von einem wirksamen Impfstoff hängt wesentlich ab, wie lange die Pandemie und die ergriffenen Gegenmaßnahmen die Wirtschaftsaktivität lähmen.

Konjunkturdaten spielten in diesem Umfeld keine große Rolle. Die Konjunkturstimmung des Analyseunternehmens Sentix fiel im November den zweiten Monat in Folge. Allerdings fiel der Rückgang nicht besonders stark aus. Sentix erklärte die Entwicklung mit der soliden Konjunktur in Asien und den USA. Daten vom deutschen Außenhandel zeigten eine anhaltende Erholung von der ersten Corona-Welle, allerdings mit abnehmendem Tempo.

Deutliche Bewegung gab es am griechischen Rentenmarkt. Dort fiel der Zins für zweijährige Schuldtitel im Vormittagshandel erstmals unter die Nulllinie, während die Rendite zehnjähriger Bonds auf ein Rekordtief sank. Analysten verwiesen auf die Entscheidung der Ratingagentur Moody's vom Freitagabend, die Kreditwürdigkeit des Landes leicht anzuheben.