Deutsche Anleihen verlieren weiter an Boden

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Donnerstag im frühen Handel vor der mit Spannung erwarteten EZB-Sitzung weiter nachgegeben. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel in der Nacht bis auf 148,52 Punkte und damit den tiefsten Stand seit 2015. Zuletzt konnte sich der Kurs wieder etwa erholen und lag zuletzt bei 148,95 Punkten. Der Kurs des Terminkontrakts ist unter anderem wegen der erwarteten Zinswende in Europa seit Tagen und Wochen unter Druck.

Am Donnerstagnachmittag steht die Europäische Zentralbank (EZB) mit einer entscheidenden Zinssitzung im Fokus. Die europäischen Währungshüter dürften wegen der hohen Inflation die geldpolitische Wende einleiten. Aller Voraussicht nach wird die Notenbank auf der auswärtigen Sitzung in den Niederlanden das Ende ihrer Netto-Anleihekäufe verkünden. Darüber hinaus wird sie nach Meinung vieler Bankvolkswirte eine erste Zinsanhebung für die folgende Sitzung im Juli signalisieren. Es wäre die erste Zinsstraffung seit mehr als einem Jahrzehnt.

Die grundsätzliche Linie der Notenbank hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde bereits im Mai vorgegeben. In einem Blog-Beitrag auf der EZB-Internetseite legte die Französin dar, dass die Käufe neuer Wertpapiere "sehr früh" im dritten Quartal enden sollen. Danach solle relativ zügig eine erste Zinsanhebung folgen. Ende des dritten Quartals schließlich dürfte die Epoche negativer Leitzinsen Geschichte sein.

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