Deutsche Anleihen steigen deutlich - Entspannung in Südeuropa

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Mittwoch im Kurs deutlich gestiegen. Noch stärkere Gewinne verzeichneten südeuropäische Staatstitel, nachdem bekannt wurde, dass sich der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch zu einer Sondersitzung treffen will. Es soll um die aktuellen Marktbedingungen gehen.

Der für den deutschen Markt richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> stieg am Mittag um 0,81 Prozent auf 143,72 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf 1,68 Prozent und entfernte sich damit von ihrem am Vortag markierten achtjährigen Höchststand von 1,75 Prozent.

Staatsanleihen aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland legten im Kurs noch deutlicher zu. Im Gegenzug fielen die Renditen und die Zinsaufschläge gegenüber Bundeswertpapieren deutlich zurück. In Italien sank die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Am Vortag war sie mit 4,1 Prozent auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2013 gestiegen.

In den vergangenen Tagen waren die Zinsen an den Kapitalmärkten stark gestiegen, während sich die Aktienmarktstimmung deutlich verschlechterte. Analysten nannten als Hauptgrund die straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed, aber auch die Aussicht auf Zinserhöhungen der EZB. Die EZB will im Juli erstmals seit elf Jahren ihre Leitzinsen anheben, um gegen die hohe Inflation vorzugehen.

Der Mittwoch steht auch im Zeichen der US-Geldpolitik. Am Abend gibt die Federal Reserve neue Entscheidungen bekannt. Die Währungshüter dürften ihren Kampf gegen die hohe Inflation fortsetzen, möglicherweise sogar intensivieren. Analysten rechnen mehrheitlich mit einer deutlichen Zinsanhebung um 0,5 Prozentpunkte. An den Finanzmärkten wird sogar auf einen noch größeren Schritt um 0,75 Punkte gesetzt. Aktuell liegt der Leitzins nach zwei Anhebungen im laufenden Jahr um insgesamt 0,75 Punkte bei 0,75 bis 1,0 Prozent.

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