Deutsche Anleihen starten mit weiteren Kursverlusten

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Donnerstag mit weiteren Kursverlusten in den Handel gegangen. Händler nannten die absehbare Kontrolle des US-Senats durch die demokratische Partei als Hauptgrund. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel am Morgen um 0,19 Prozent auf 177,20 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf minus 0,54 Prozent.

Nach derzeitigem Stand haben die Demokraten die Kontrolle über den US-Senat gewonnen. Nach zwei Stichwahlen haben sowohl Demokraten als auch Republikaner 50 Stimmen in der zweiten Parlamentskammer. Bei Gleichstand gibt die Stimme der designierten US-Vizepräsidentin Kamala Harris von den Demokraten den Ausschlag. Da die Demokraten im Repräsentantenhaus über eine Mehrheit verfügen, hat der künftige Präsident Joe Biden mit weniger politischem Widerstand zu rechnen.

Biden hat zusätzliche Staatsausgaben angekündigt. Als Folge wird an den Märkten mit höheren Inflationsraten gerechnet, was sich bereits in steigenden Inflationserwartungen ausdrückt. Da Anleger diese Risiken einpreisen, steigen an den Kapitalmärkten die Renditen, wenn auch von niedrigem Niveau aus.

Für zusätzlichen Druck auf die Anleihekurse sorgten neue Konjunkturdaten aus Deutschland. Die Industrieaufträge sind im November überraschend und zudem deutlich gestiegen. Der Anstieg fiel breitgefächert aus und erstreckte sich auf alle relevanten Gütergruppen. Die Aussichten für die Industrie dürften aufgrund neuer Corona-Beschränkungen allerdings nicht ganz so gut sein, auch wenn der Sektor weniger stark von den Einschränkungen betroffen ist als die Dienstleister.