Deutsche Anleihen starten mit Kursverlusten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Montag einen kleinen Teil ihrer erheblichen Gewinne von vergangener Woche abgegeben. Marktteilnehmer sprachen von einer weniger nervösen Stimmung an den Finanzmärkten. In der vergangenen Woche hatte die rapide Verbreitung des chinesischen Coronavirus zu massiven Kursverlusten an den Börsen geführt und Zulauf in als sicher empfundene Wertpapiere befördert.

Der für den deutschen Anleihemarkt richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel am Morgen um 0,19 Prozent auf 177,15 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Gegenzug auf minus 0,60 Prozent. Am Freitag war die Rendite mit minus 0,63 Prozent auf den tiefsten Stand seit September gefallen.

In der Eurozone fiel der Marktstart uneinheitlich aus. Während Anleihen besonders hoch bewerteter Staaten wie Deutschland unter Druck standen, konnten sich Staatstitel südeuropäischer Länder wie Italien oder Spanien etwas erholen. Sie waren in der vergangenen Woche aufgrund der allgemeinen Risikoscheu erheblich unter Druck geraten.

Marktteilnehmer erklärten die jüngste Entwicklung vor allem mit der Hoffnung auf geldpolitische Hilfe durch die großen Notenbanken. Am Freitag hatte sich bereits die US-Notenbank Fed entsprechend geäußert, am Montag folgten die Zentralbanken Japans und Großbritanniens mit ähnlichen Erklärungen. Skeptische Beobachter verweisen jedoch darauf, dass die Zentralbanken nicht die angebotsseitigen Störungen der Virus-Krise beheben könnten.