Deutsche Anleihen: Rendite steigt auf Einmonatshoch

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Mittwoch weiter unter Druck geraten. Am Markt wurde ein Gemisch aus freundlichen Aktienmärkten und steigenden Inflationserwartungen als Grund genannt. Am Mittag fiel der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> um 0,17 Prozent auf 173,04 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Gegenzug bis auf minus 0,28 Prozent. Das ist der höchste Stand seit knapp einem Monat.

Marktteilnehmer verwiesen auf die gute Stimmung an den Börsen als Grund für die geringere Nachfrage nach sicheren Anlagen. Hinzu kamen höhere Inflationserwartungen, die zuletzt vor allem durch steigende Erdgaspreise angefacht wurden. "Pünktlich zum Winteranfang hat Russland seine Gaslieferung über die Jamal-Pipeline nach Deutschland gestoppt", erklärten Analysten der Dekabank. Zuletzt sei die Pumprichtung sogar von Deutschland nach Polen umgedreht worden.

Die Entwicklung hat die europäischen Erdgaspreise am Dienstag stark nach oben getrieben. Höhere Rohstoffpreise schlagen sich oft schnell in höheren Inflationserwartungen der Marktteilnehmer nieder, was zumeist höhere Kapitalmarktzinsen zur Folge hat. Die Inflation ist bereits jetzt ungewöhnlich hoch. Hauptgründe sind coronabedingte Engpässe im Welthandel, die so schnell nicht verschwinden dürften, und erheblich gestiegene Preise für verschiedene Rohstoffe.

Konjunkturdaten stehen zur Wochenmitte nur wenige auf dem Programm. In den USA werden Wachstumszahlen zum Sommerquartal veröffentlicht, allerdings handelt es sich lediglich um eine dritte Schätzung. Grundsätzlich ist bereits bekannt, dass die US-Wirtschaft im Sommer deutlich an Schwung verloren hat. Aus der Eurozone werden keine entscheidenden Daten erwartet.

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