Deutsche Anleihen: Leichte Kursverluste - Südeuropa unter Druck

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Dienstag leicht gefallen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank bis zum späten Nachmittag um 0,05 Prozent auf 164,44 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag kaum verändert bei 0,40 Prozent. Deutlicher unter Druck standen einige Anleihen aus Südeuropa, allen voran italienische Papiere. Griechische Staatsanleihen legten dagegen zu.

Händler neigen laut Experten wieder etwas mehr zum Risiko. Dies zeigten auch die Kursgewinne an den Aktienmärkten. Als sicher empfundene Anleihen seien daher weniger gefragt. Beobachter verwiesen jedoch auf den weiter schwelenden Konflikt zwischen den USA und Nordkorea, der rasch wieder zu einem Stimmungsumschwung führen könnte.

Konjunkturdaten spielten kaum eine Rolle. Die Konjunkturerwartungen des Mannheimer ZEW-Instituts für Deutschland hatten im August zum dritten Mal in Folge und stärker als erwartet nachgegeben. Die aktuelle Lage war von den befragten Finanzexperten aber nach wie vor als sehr gut bewertet worden. Der entsprechende Indikator hatte sich von bereits hohem Niveau aus verbessert. Auch enttäuschende Daten vom US-Häusermarkt stützten die Anleihen kaum.

Im Zentrum des Interesses steht bereits seit einigen Tagen die von Donnerstag bis Samstag stattfindende Notenbanker-Konferenz im amerikanischen Jackson Hole. "Dabei ist völlig unklar, ob Notenbanker das Forum nutzen, um geldpolitische Signale auszusenden", hieß es in einem Kommentar der Helaba. Teilnehmen werden unter anderem die Vorsitzende der US-Notenbank, Janet Yellen, und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi.