Deutsche Anleihen: Leichte Kursgewinne- Britische Renditen fallen deutlich

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag etwas nach oben geklettert. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum frühen Abend um 0,08 Prozent auf 162,63 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 0,37 Prozent.

Die Geldpolitik in den USA ist derzeit auch für den deutschen Anleihemarkt wichtig. Medienberichte, laut denen Jerome Powell künftiger Vorsitzender der US-Notenbank Fed und Nachfolger von Janet Yellen werden soll, hätten die Anleihen gestützt, sagten Händler. Allgemein wird damit gerechnet, dass US-Präsident Donald Trump Notenbank-Direktor Powell am Abend nominieren wird. Die Amtszeit der aktuellen Fed-Vorsitzenden Yellen endet im Februar 2018. Die Chancen, dass Powell die nötige Zustimmung des Senats erhält, gelten als gut. Er gilt als Vertreter der bisherigen eher lockeren Geldpolitik.

Im Vormittagshandel waren die Anleihen noch durch robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone und Deutschland belastet worden. In der Eurozone war die Industriestimmung laut endgültigen Zahlen im Oktober auf den höchsten Stand seit sechseinhalb Jahren gestiegen. Der Wert lag nur leicht unter der ersten Schätzung. Positiv überraschten Italien und Spanien, wo keine Erstschätzung stattfindet. Der französische Wert wurde jedoch etwas nach unten revidiert. In Deutschland war die Zahl der Arbeitslosen im Oktober auf den niedrigsten Wert in diesem Monat seit der Wiedervereinigung gesunken.

In der meisten Ländern der Eurozone bewegten sich die Renditen kaum. Eine Ausnahme war Griechenland, wo die Renditen wie schon am Vortag stark fielen. Die Rendite zehnjähriger griechischer Staatsanleihen sank auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Experten verwiesen auf Medienberichte über Pläne aus Griechenland, die mit einem Anleihetausch eine dauerhafte Rückkehr des Landes an die Finanzmärkte erleichtern sollen.

Außerhalb der Eurozone legten die Kurse von britischen Staatsanleihen deutlich zu. Die Bank of England hatte ihren Leitzins zwar erstmals seit rund zehn Jahren erhöht. Er stieg um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent. Sie gab jedoch keine konkrete Hinweise auf weitere Anhebungen. Sie bekräftigte lediglich eine frühere Aussage, wonach eine geldpolitische Straffung "graduell" und "in begrenztem Umfang" erfolge. Notenbankchef Mark Carney warnte erneut vor den Risiken, die durch den Brexit für die britische Wirtschaft entstünden. Die Rendite für zehnjährige britische Papiere fiel um 0,08 Prozentpunkte auf 1,258 Prozent.