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Deutsche Anleihen legen trotz Inflationsdaten leicht zu

FRANKFURT (dpa-AFX) -Deutsche Bundesanleihen haben am Donnerstag bis zum Mittag leichte Kursgewinne verbucht. Zuletzt stieg der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future DE0009652644 um 0,06 Prozent auf 131,90 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 2,72 Prozent. Am Morgen war sie mit 2,77 Prozent auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2011 gestiegen.

Inflationsdaten aus der Eurozone überraschten nach oben hin, konnten die Bundeswertpapiere aber nicht unter zusätzlichen Druck setzen. Zwar ging die Inflation im Februar leicht von 8,6 auf 8,5 Prozent zurück. Analysten hatten jedoch im Schnitt eine Rate von 8,3 Prozent erwartet. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel stieg sogar auf ein Rekordhoch von 5,6 Prozent. Das Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von mittelfristig zwei Prozent wird weiterhin deutlich überschritten.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte im spanischen Fernsehen weitere Zinsanhebungen in Aussicht. Über die Größe künftiger Zinsschritte könne aktuell aber nichts gesagt werden, sagte die Französin. Für die nächste Ratssitzung in zwei Wochen hat die Notenbank bereits eine Zinsstraffung um weitere 0,5 Prozentpunkte in Aussicht gestellt. Wie es danach weitergeht, ist offen. An den Märkten wird es für möglich gehalten, dass die EZB ihren geldpolitisch relevanten Einlagensatz bis in einem Jahr von aktuell 2,5 auf etwa 4 Prozent anhebt.

In den USA werden am Nachmittag unter anderem die wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt erwartet. Zwar sind die Zahlen nicht richtungsweisend für die grundlegende Entwicklung des Jobmarkts, sie geben aber einen guten Einblick in den kurzfristigen Trend. Die Geldpolitik der US-Notenbank Fed hängt in hohem Maße vom Zustand des Arbeitsmarkts ab, da die hohe Beschäftigung für Lohnauftrieb und damit zusätzliche Inflationsrisiken spricht.