Deutsche Anleihen legen zu - Ruhe in Italien

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen haben am Freitag bis zum Abend leicht zugelegt. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> stieg zuletzt um 0,21 Prozent auf 153,02 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank im Gegenzug auf 1,11 Prozent. In Italien fiel der Handel trotz hoher politischer Unsicherheit ruhig aus.

Für Kursauftrieb am deutschen Markt sorgten Äußerungen aus den Reihen der US-Notenbank Federal Reserve. Mehrere hochrangige Notenbanker hatten Erwartungen an einen besonders großen Zinsschritt auf der nächsten Fed-Sitzung Ende Juli gedämpft. Zuletzt gab es an den Märkten Spekulationen, die Fed könnte sich mit einem kräftigen Schritt um einem ganzen Prozentpunkt gegen die hohe Inflation stemmen. Danach sieht es nach den jüngsten Bemerkungen aber eher nicht aus.

Die zahlreichen Konjunkturdaten, die vor dem Wochenende veröffentlicht wurden, zeichneten ein durchwachsenes Bild. Positiv überraschten Umsatzzahlen aus dem Einzelhandel und Stimmungsdaten aus der Industrie. Zahlen zur Industrieproduktion enttäuschten hingegen. Gut kam an den Finanzmärkten an, dass die von der Uni Michigan gemessenen Erwartungen an die längerfristige Inflation etwas zurückgingen. Auch das spricht gegen einen drastischen Straffungskurs der US-Notenbank.

Die politische Ungewissheit in Italien führte dort nicht zu größeren und anhaltenden Anleiheverkäufen. Die Regierungskrise hatte sich zuletzt weiter zugespitzt, indem Ministerpräsident Mario Draghi Staatschef Sergio Mattarella seinen Rücktritt anbot, dieser aber ablehnte. Draghi steht jetzt vor einer Vertrauensfrage im Parlament. Analysten sehen als größtes politisches Risiko vorgezogene Neuwahlen mit ungewissem Ausgang.

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