Deutsche Anleihen legen erneut zu

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Dienstag erneut zugelegt. Am Markt wurde auf die Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen in Deutschland und anderen großen Ländern Europas verwiesen. Schon am Vortag hatten sichere Staatsanleihen davon profitiert.

Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> stieg bis zum späten Nachmittag um 0,05 Prozent auf 171,81 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit minus 0,34 Prozent. Von ihrem etwa einjährigen Höchststand bei minus 0,2 Prozent, erreicht Ende Februar, hat sich die Rendite wieder entfernt.

Die Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen in Deutschland und anderen wichtigen Ländern der Eurozone sorgten für Verunsicherung. "Die ohnehin schleppende europäische Impfkampagne bekommt jetzt noch einen weiteren Dämpfer", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Das Risiko wächst, dass die beschlossenen Lockerungen schon bald wieder zurückgenommen werden müssen." Die wirtschaftliche Erholung würde sich so weiter verzögern.

Robuste Konjunkturdaten aus Deutschland belasteten die Anleihen nicht. Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im März überraschend deutlich aufgehellt. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 5,4 Punkte auf 76,6 Punkte.

"Die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten gehen von einer breit angelegten Erholung der deutschen Wirtschaft aus", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Sie rechnen damit, dass bis Herbst mindestens 70 Prozent der deutschen Bevölkerung ein Impfangebot erhalten werden." Die Befragung reflektiert allerdings nicht die jüngste Aussetzung der Corona-Impfungen mit Astrazeneca, die erst am Montag bekanntgegeben wurde.