Deutsche Anleihen: Kursverluste nach EZB-Aussagen

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Donnerstag nach den geldpolitischen Entscheidungen deutlich gefallen. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> sank bis zum Abend um 0,44 Prozent auf 168,92 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf minus 0,14 Prozent. Auch in anderen Ländern der Eurozone legten die Renditen zu.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet an ihrer lockeren Geldpolitik festgehalten. Erst bei der Sitzung am 16. Dezember will der Rat der EZB entscheiden, wie es mit den milliardenschweren Anleihekäufen weitergeht und welche Schritte folgen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde geht aber davon aus, dass das Anleihekaufprogramm Pepp im März 2020 enden wird. Dies belastete die Anleihen etwas. "Die EZB sieht die Phase höherer Inflation immer noch als vorübergehend an, ist aber in ihrer Inflationsanalyse viel ausgewogener geworden, was den Weg für eine weitere Verringerung der Anleihekäufe im Dezember ebnet", kommentierte Carsten Brzeski, Chefvolkwirt von ING.

"Gegen die gegenwärtig erhöhten Inflationsraten kann und sollte die EZB nicht einschreiten, da sie sich im kommenden Jahr wieder zurückbilden werden", kommentierte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. "Allerdings muss sie deutlicher als bisher signalisieren, dass sie die Geldpolitik straffen würde, wenn die Preisentwicklung im kommenden Jahr doch höher ausfallen sollte als erwartet." Ansonsten laufe sie Gefahr, dass ihre Glaubwürdigkeit angekratzt werde. "Eine unglaubwürdige Notenbank ist kaum noch in der Lage, die Kapitalmarktzinsen zu beeinflussen, was nicht im Interesse der EZB liegen kann", sagte Kater.

In Deutschland beschleunigte sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Oktober weiter. Mit 4,5 Prozent lag die Teuerungsrate hierzulande so hoch wie zuletzt im Oktober 1993. Volkswirte hatten mit einer Rate von 4,4 Prozent gerechnet. Von September auf Oktober 2021 zog das Preisniveau in Deutschland nach vorläufigen Zahlen um 0,5 Prozent an.

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