Deutsche Anleihen: Kursgewinne trotz starker Ifo-Daten

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Dienstag zugelegt. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> kletterte bis zum Nachmittag um 0,21 Prozent auf 169,69 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf minus 0,166 Prozent. Auch in den meisten anderen Euroländern gaben die Renditen merklich nach.

Gestützt wurden die Anleihen auch durch gedämpfte Inflationsängste in den USA. Fed-Gouverneurin Lael Brainard sowie die Fed-Präsidenten in Atlanta und St. Louis, Raphael Bostic und James Bullard, sagten, dass eine höhere Inflationsrate infolge der Erholung von der Corona-Krise nichts Überraschendes sei. Sie bekräftigten jedoch ihre Sicht, dass Preisanstiege wahrscheinlich zeitlich begrenzt sein würden. Die US-Notenbank dürfte also auf absehbare Zeit ihre sehr lockere Geldpolitik fortsetzen.

Die verbesserte Unternehmensstimmung in Deutschland belastete die Anleihen nicht nachhaltig. Das vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima stieg im Mai auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Anstieg fiel zudem deutlicher aus als von Ökonomen erwartet. Sowohl die Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen als auch die Lagebeurteilung hellten sich auf.

Verantwortlich für die Erholung sind die weniger angespannte Corona-Lage und die fortschreitende Impfkampagne. Bankvolkswirte gaben sich daher überwiegend optimistisch. "Für das zweite und dritte Quartal zeichnet sich eine kräftige gesamtwirtschaftliche Erholung ab", kommentierte Michael Holstein, Chefökonom der DZ Bank. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, verwies auf die zu erwartenden breitflächigen Öffnungen im Dienstleistungssektor, die die Umsätze im Freizeitsektor in die Höhe treiben dürften.

Die am Nachmittag veröffentlichten schwachen Daten zum amerikanischen Verbrauchervertrauen gaben den Anleihen kaum noch zusätzlichen Auftrieb. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Mai erstmals im laufenden Jahr etwas eingetrübt. Steigende Preise und eine immer noch hohe Arbeitslosigkeit könnten die Verbraucherstimmung laut Experten belastet haben.

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