Deutsche Anleihen: Kaum verändert

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben sich am Dienstag kaum bewegt. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> sank bis zum Nachmittag leicht um 0,01 Prozent auf auf 174,07 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen betrug minus 0,30 Prozent. An den Anleihemärkten südeuropäischer Länder gaben die Renditen teils merklich nach.

Die in den USA überraschend deutlich gestiegene Inflationsrate belastete die Anleihen nur vorübergehend. Die Verbraucherpreise sind dort um 5,4 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Das war mehr als von Volkswirten erwartet und ist die höchste Inflationsrate seit August 2008. Sie liegt damit deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank Fed von zwei Prozent. Der Druck auf die Fed könnte so wachsen, dass sie aus ihrer sehr lockeren Geldpolitik aussteigen muss.

"Die Wirtschaft läuft rund und von Deflationsrisiken kann derzeit nicht die Rede sein", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt von der VP Bank. "Die Fed wird deshalb schon bald einen konkreten Fahrplan zum Ausstieg aus den Wertpapierkäufen vorlegen."

Eine Rückführung der Anleihekäufe würde tendenziell auch die Kurse belasten. Sowohl in Deutschland als auch in den USA waren die Kursverluste aber nur vorübergehend. Die Fed hatte den Anstieg der Inflationsrate bisher immer mit Sonderfaktoren erklärt, die auch mit der Aufhebung von Corona-Beschränkungen zusammenhängen. In der Eurozone dürfte eine geldpolitische Wende noch wesentlich später als in den USA kommen.

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