Deutsche Anleihen gewinnen - Südländer unter Druck

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Montag anfängliche Kursverluste bis zum Abend mehr als ausgleichen können. Unter Druck standen dagegen Staatspapiere aus den südeuropäischen Ländern Spanien, Italien und Portugal. Als Grund wurde die Unsicherheit wegen des Unabhängigkeitsreferendums in der spanischen Region Katalonien vom Wochenende genannt.

Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Abend um 0,16 Prozent auf 161,25 Punkte. Zum Handelsstart waren Bundeswertpapiere noch deutlich gefallen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank auf 0,45 Prozent. Die Renditen spanischer, aber auch italienischer und portugiesischer Papiere stiegen dagegen. Im Gegenzug standen die Kurse unter Druck.

Das von Gewalt überschattete Referendum über die Abspaltung Kataloniens von Spanien haben die Separatisten mit 90 Prozent für sich entschieden. Die Mehrheit für eine Abspaltung kam jedoch bei einer Wahlbeteiligung von lediglich 42 Prozent zustande. Die Zentralregierung erachtet das Referendum als ungültig, weil es nach der Landesverfassung nicht erlaubt ist. Die Regionalregierung sieht das Referendum trotz Verfassungsverbot als gültig an und berät zur Stunde über das weitere Vorgehen.

Konjunkturdaten spielten in diesem Umfeld eine untergeordnete Rolle. Zahlen zur Industriestimmung im Euroraum und in den USA, veröffentlicht von den Instituten Markit beziehungsweise ISM, fielen robust aus. Überzeugen konnte vor allem die amerikanische Zahl, die auf einen 13-jährigen Höchststand stieg. Die Analysten von Capital Economics kommentierten, theoretisch sei das aktuelle Niveau von mehr als 60 Punkten mit einem Wirtschaftswachstum von auf das jahr hoch gerechneten 5 Prozent im zweiten Halbjahr vereinbar.