Deutsche Anleihen geraten stärker unter Druck

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Mittwoch ihre Tagesverluste ausgeweitet. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel bis zum Mittag um 0,25 Prozent auf 170,10 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen betrug minus 0,21 Prozent.

Auch europaweit stiegen die Renditen, im Gegenzug gerieten die Kurse unter Druck. Angesichts der moderat steigenden Aktienmärkte waren festverzinsliche Wertpapiere kaum gefragt. An den Börsen sorgten überwiegend positive Geschäftszahlen von Unternehmen für gute Stimmung.

Zahlen zur Verbraucherstimmung in Deutschland und Frankreich bewegten die Anleihemärkte derweil kaum. In Deutschland verschlechterte sich die Stimmung spürbar, in Frankreich blieb sie stabil.

Zur Wochenmitte nun rückt die US-Geldpolitik in den Mittelpunkt. Am Abend gibt die US-amerikanische Notenbank (Fed) nach ihrer zweitägigen Zinssitzung ihre Entscheidungen bekannt. Ein Kurswechsel wird nicht erwartet: Die Fed dürfte ihre extrem lockere Linie aus Leitzinsen nahe der Nulllinie und Wertpapierkäufen von 120 Milliarden Dollar je Monat bestätigen.

An den Märkten hat allerdings eine Debatte über ein Zurückfahren der geldpolitischen Unterstützung begonnen. Hintergrund ist die spürbare Erholung der US-Wirtschaft von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bisher hat die Zentralbank stets darauf verwiesen, dass es für eine solche Debatte zu früh sei. Beobachter gehen derzeit mehrheitlich davon aus, dass die Fed um die Jahreswende 2021/22 herum damit beginnen wird, ihren Fuß vom Gaspedal zu nehmen.

"Die Märkte werden die Formulierungen im vorbereiteten Statement der Fed und in der Pressekonferenz sezieren", vermutet Zinsstratege Michael Leister von der Commerzbank. Dies gelte insbesondere für die genaue Bedeutung des Begriffs "substanzieller weiterer Fortschritt" in puncto Vollbeschäftigung und Inflationsrate, nachdem die Wirtschaft nun einen "Wendepunkt" erreicht habe. Letztgenannte Formulierung hatte unlängst Notenbankchef Jerome Powell verwendet.