Deutsche Anleihen geben nach - US-Steuerreform nimmt Hürde

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Montag gesunken. Der für den deutschen Anleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future sank bis zum Mittag um 0,12 Prozent auf 163,35 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Gegenzug auf 0,33 Prozent.

US-Präsident Donald Trump konnte auf dem Weg zu einer tiefgreifenden Steuerreform einen Etappensieg verzeichnen. Der Senat gab grünes Licht für die geplanten massiven Steuererleichterungen für Unternehmen. Die Republikaner zeigten sich optimistisch, dass Trump das Gesetz noch vor Jahresende unterzeichnen kann. Die Aussicht auf einen Konjunkturimpuls lockte die Anleger aus den als sicher geltenden Staatspapieren.

Allerdings stand der Abstimmungserfolg im Schatten neuer Entwicklungen um den ehemaligen US-Sicherheitsberater Michael Flynn, die auch den Präsidenten in der Russland-Affäre unter Druck setzen. Außerdem dürfte die Freude im Trump-Lager durch die anstehenden Diskussionen um die Verschuldungsobergrenze getrübt werden, für deren Anhebung die Zustimmung aus den Reihen der Demokraten erforderlich sei, schreibt Dirk Gojny, Experte bei der National-Bank. "Das dürfte eines der zentralen Themen der nächsten Tage werden."

Leicht stützend wirkten am Rentenmarkt Konjunkturdaten aus dem Euroraum. Die Erzeugerpreise stiegen etwas schwächer als erwartet und die Anlegerstimmung, gemessen am entsprechenden Indikator des Beratungsunternehmens Sentix, trübte sich überraschend deutlich ein. Die Bedeutung der Konjunkturdaten bleibe aber derzeit hinter derjenigen der jüngsten politischen Ereignisse zurück, kommentiert Gojny.