Deutsche Anleihen geben spürbar nach

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Montag spürbar unter Druck geraten. Händler verwiesen vor allem auf den US-Anleihemarkt, wo die Entwicklung ähnlich ausfiel. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel bis zum Abend um 0,22 Prozent auf 176,92 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf minus 0,50 Prozent.

Händler begründeten die Kursverluste vor allem mit dem anhaltenden Zinsanstieg in den USA. Dort erreichte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe zum Wochenstart einen Wert von 1,3 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Ausbruch der Corona-Pandemie in der westlichen Welt im vergangenen Frühjahr. Die steigenden Kapitalmarktzinsen in den USA sorgen auch in Deutschland für Zinsauftrieb.

Entscheidend für die Entwicklung in den USA ist die erwartete Finanzpolitik der neuen politischen Führung. Der designierte US-Präsident Joe Biden will die Staatsausgaben weiter erhöhen, was die Wachstums- und Inflationserwartungen anhebt. Entsprechend steigen die Marktzinsen, auf die beide Größen großen Einfluss ausüben.

Robuste Konjunkturdaten dämpften die Kauflaune der Anleger am Anleihemarkt. So beflügelte der Beginn der Corona-Impfungen die Anlegerstimmung im Euroraum weiter. Der vom Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindikator stieg im Januar den zweiten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit Februar 2020.

Ein weiteres Thema am Markt sind die hohen Neuemissionen von Staatsanleihen. Vor allem in der Eurozone sind seit dem Jahreswechsel viele neue Anleihen auf dem Markt gebracht worden. "Alle neuen Bonds sind jedoch hervorragend aufgenommen worden und wurden zumeist mehrfach überzeichnet", hieß es in einem Marktkommentar der Dekabank. Die hohe Emissionstätigkeit ist eine Folge der Corona-Pandemie und der erheblichen Staatsausgaben zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen.