Deutsche Anleihen geben deutlich nach

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Mittwoch spürbar unter Druck geraten. Händler nannten überraschend gute Konjunkturdaten aus der Eurozone als Grund. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel bis zum Mittag um 0,29 Prozent auf 177,74 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf minus 0,58 Prozent.

Belastet wurden als sicher empfundene Anlagen durch die allgemein gute Finanzmarktstimmung. Ein Grund dafür waren neue Konjunkturdaten aus dem Währungsraum. Die Unternehmensumfrage des Forschungsunternehmens Markit hellte sich im Dezember deutlich auf. Für große Überraschung sorgte, dass sich die Stimmung nicht nur in der Industrie, sondern auch unter Dienstleistern spürbar aufhellte. Die Dienstleister sind von den Corona-Beschränkungen wesentlich stärker betroffen als die Industrie.

Bankökonomen kommentierten die Zahlen vorsichtig. Die Commerzbank sprach von einem "Irrlicht". Eine Rezession im Winterhalbjahr sei angesichts neuer Corona-Maßnahmen kaum mehr zu zu vermeiden, sagte Commerzbank-Fachmann Christoph Weil. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, erklärte die Stimmungsverbesserung dagegen mit der weniger dramatischen Corona-Lage in Frankreich.

Beflügelt wurde die Stimmung an den Märkten auch durch zwei Dauerbrenner: Brexit und US-Haushaltsverhandlungen. An den Märkten besteht nach wie vor die Hoffnung, dass sich Großbritannien und die Europäisch Union noch vor dem Jahresende auf ein Handelsabkommen einigen können. In den USA deuten Äußerungen hochrangiger Politik darauf hin, dass sich die Parteien annähern und ein neues Corona-Konjunkturpaket zeitnah möglich ist.

Am Nachmittag und Abend wird es in den USA spannend. Zum einen stehen mit den Einzelhandelsumsätzen wichtige Konjunkturdaten an. Zum anderen trifft die Notenbank Federal Reserve am Abend ihre Zinsentscheidung. Es wird zwar nicht mit großen Richtungswechseln gerechnet. Allerdings könnte die Fed Änderungen im Detail bekanntgeben. Einige Analysten erwarten konkretere Vorgaben für die billionenschweren Wertpapierkäufe.