Deutsche Anleihen geben weiter nach - Biden-Rede im Fokus

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Mittwoch im Kurs weiter nachgegeben. Sie knüpften damit an die Tendenz der vergangenen Tage an. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel am Mittag um 0,10 Prozent auf 171,02 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg auf minus 0,28 Prozent.

An den Anleihemärkten nimmt der Renditeanstieg nach einer Pause wieder Fahrt auf. Als Auslöser gelten gute Wachstumsaussichten insbesondere für die USA und China. Obwohl die Aussichten für den Euroraum weniger günstig sind, steigen auch dort die Kapitalmarktzinsen. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht den Anstieg als ungerechtfertigt an und hat ihre Wertpapierkäufe übergangsweise ausgeweitet.

Inflationsdaten aus der Eurozone fielen etwas schwächer aus als erwartet. Im März stiegen die Verbraucherpreise zum Vorjahresmonat um 1,3 Prozent, wohingegen Analysten im Schnitt 1,4 Prozent erwartet hatten. Allerdings nimmt der Preisauftrieb zu, was sich in den kommenden Monaten noch verstärken dürfte. Die EZB betrachtet die Entwicklung jedoch als temporär und will daher geldpolitisch nicht reagieren.

Am Nachmittag dürften Anleger vor allem auf Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt achten. Der Dienstleister ADP veröffentlicht seine monatlichen Zahlen aus der Privatwirtschaft. Sie gelten als Richtschnur für den am Freitag anstehenden monatlichen Jobbericht der Regierung.

Am späteren Abend wird eine Ansprache von US-Präsident Joe Biden erwartet. Es geht vor allem um das angepeilte Infrastrukturprogramm in Billionenhöhe. Analysten warten gespannt auf Eckpunkte des Programms.