Deutsche Anleihen unter Druck - US-Steuerreform macht Fortschritte

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen haben am Freitag deutlich nachgegeben. Verbesserte Aussichten für eine Steuerreform in den USA sorgten für mehr Risikofreude am Markt. Bis zum späten Nachmittag fiel der richtungweisende Euro-Bund-Future um 0,43 Prozent auf 161,41 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg um 0,06 Prozentpunkte auf 0,45 Prozent.

Starke Kursverluste am US-Anleihemarkt belasteten auch die europäischen Märkte. Der US-Senat hat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt. "In den USA keimt die Hoffnung auf, es könnte noch etwas mit der Steuerreform werden", erklärte Experte Dirk Gojny von der National-Bank die Kursverluste bei Bundesanleihen. Zuversichtlich stimmten jenseits des Atlantiks zudem überraschend robuste Zahlen zum Häusermarkt.

Zudem schauen die Anleger mit Spannung darauf, wer neuer Vorsitzender der US-Notenbank Fed wird. Das Direktoriumsmitglied der Fed, Jerome Powell, und der renommierte Ökonom John Taylor haben nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg die besten Aussichten auf den Chefposten. Beide Kandidaten vertreten jedoch unterschiedliche Konzepte. Powell stehe für die Fortsetzung der bisherigen Geldpolitik und Taylor für eine regelgebundene Politik.