Deutsche Anleihen unter Druck - US-Steuerreform rückt näher

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind zum Wochenbeginn unter Druck geraten. Der für den deutschen Anleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Montag nach Handelsstart um 0,15 Prozent auf 163,30 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Gegenzug um drei Basispunkte auf 0,34 Prozent.

Am Rentenmarkt trete die Bedeutung von Konjunkturdaten derzeit hinter die der jüngsten politischen Ereignisse zurück, schrieb Dirk Gojny, Experte bei der National-Bank. US-Präsident Donald Trump konnte auf dem Weg zu einer tiefgreifenden Steuerreform einen Etappensieg verzeichnen. Der Senat gab grünes Licht für die geplanten massiven Steuererleichterungen für Unternehmen. Die Republikaner zeigten sich optimistisch, dass Trump das Gesetz noch vor Jahresende unterzeichnen kann. Die Aussicht auf einen Konjunkturimpuls lockte die Anleger aus den als sicher geltenden Staatspapieren.

Allerdings stand der Abstimmungserfolg im Schatten neuer Entwicklungen um den ehemaligen US-Sicherheitsberater Michael Flynn, die auch den Präsidenten in der Russland-Affäre unter Druck setzen. Außerdem dürfte die Freude im Trump-Lager durch die anstehenden Diskussionen um die Verschuldungsobergrenze getrübt werden, für deren Anhebung die Zustimmung aus den Reihen der Demokraten erforderlich sei, schreibt Gojny. "Das dürfte eines der zentralen Themen der nächsten Tage werden."

Im weiteren Tagesverlauf werden Anleger am Rentenmarkt auch ein Treffen der britischen Premierministerin Theresa May und des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker im Blick behalten, bei dem eine Zwischenbilanz zu den Brexit-Gesprächen gezogen werden soll.