Deutsche Anleihen unter Druck - britische Anleihen verlieren stark

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Freitag unter Druck geraten. Wesentlich deutlicher waren jedoch die Verluste britischer Staatsanleihen. Im Gegenzug erhöhten sich ihre Renditen stark. Der Zins für zehnjährige Anleihen des Vereinigten Königreichs stieg um acht Basispunkte auf 1,31 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Februar. Deutsche Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit rentierten 2,5 Basispunkte höher als am Vortag bei 0,43 Prozent.

Auslöser des Zinsanstiegs an den Kapitalmärkten waren Äußerungen eines ranghohen Notenbankers in Großbritannien. Gertjan Vlieghe, Vertreter einer eher lockeren Geldpolitik, deutete die Möglichkeit einer baldigen Zinsanhebung an. Die Äußerungen folgen auf ähnliche Bemerkungen seitens der Bank of England vom Donnerstag. Die Zentralbank hatte starke Hinweise auf die Möglichkeit einer ersten Zinserhöhung nach der Finanzkrise noch in diesem Jahr gegeben.

Die Bank of England wäre die dritte Notenbank eines großen Industrielandes die sich in jüngerer Vergangenheit an einer Zinsanhebung versuchen würde. Bisher haben nur die amerikanische Notenbank und die Zentralbank Kanadas diesen Weg eingeschlagen.

Im Nachmittagshandel dürften amerikanische Konjunkturdaten im Mittelpunkt stehen. Es wird eine Reihe an Daten veröffentlicht, darunter die Umsätze des Einzelhandels. Sie gelten als Richtschnur für die Entwicklung des wichtigen Privatkonsums. Gleiches gilt für das Konsumbarometer der Universität Michigan, das ebenfalls ansteht.