Deutsche Anleihen drehen in die Verlustzone

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Dienstag gefallen. Nachdem die Kurse zunächst zulegen konnten, drehten sie bis zum Nachmittag in die Verlustzone. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> wurde zuletzt bei 168,45 Punkten gehandelt und damit 0,17 Prozent niedriger als am Vortag. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit minus 0,09 Prozent und damit erstmals seit Mai über der Marke von minus 0,10 Prozent.

Enttäuschende Konjunkturdaten konnten die Bundesanleihen am Vormittag nur zeitweise stützen. Im Oktober haben sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten weiter eingetrübt. Erneut wurde die Stimmung durch die erheblichen Verspannungen im Welthandel belastet. Das Konjunkturbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW fiel gegenüber dem Vormonat um 4,2 Punkte auf 22,3 Zähler und damit stärker als erwartet.

"Die zehnjährigen Bundesanleihen scheinen die Renditehochs des Jahres ins Visier zu nehmen", kommentierten Anleiheexperten der Commerzbank. Selbst taubenhafte Kommentare aus den Reihen der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten die Stimmung nicht drehen können. So hatte der EZB-Chefvolkswirt Philip Lane am Vortag einmal mehr deutlich gemacht, dass der aktuelle starke Anstieg der Inflation nur ein vorübergehendes Phänomen sei.

Außerdem hat sich das französische Ratsmitglied der EZB, Francois Villeroy de Galhau, am Dienstag für eine Beibehaltung von flexiblen Anleihekäufen ausgesprochen und damit wenig Bereitschaft zur Abkehr von der lockeren Geldpolitik signalisiert. Konkret schlug der französische Notenbanker vor, an flexiblen Elementen des Pepp-Anleihekaufprogramms auch nach dem Ende der Krisenmaßnahme festzuhalten.

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