Deutsche Anleihen drehen ins Minus - Starke Konjunkturdaten belasten

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen sind am Donnerstag gesunken. Nach einem freundlichen Handelsauftakt mit leichten Gewinnen drehten die Kurse im Vormittagshandel nach überraschend starken Konjunkturdaten in die Verlustzone. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel im Mittagshandel aber nur leicht um 0,06 Prozent auf 160,45 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 0,58 Prozent.

Nach der Veröffentlichung des Ifo-Index für die Stimmung in den deutschen Unternehmen gerieten die Festverzinslichen etwas unter Druck. Im Januar war das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer überraschend gestiegen und hatte wieder das Rekordniveau vom vergangenen November erreicht. "Die deutsche Wirtschaft steht auch zum Jahresauftakt unter Dampf", kommentierte Uwe Burkert, Chefvolkswirt von der LBBW, die Daten.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern hielten sich die Anleger aber vor der Zinsentscheidung der EZB und der anschließenden Pressekonferenz von Notenbankchef Mario Draghi eher zurück. Vor dem Hintergrund der jüngsten Dollar-Schwäche und mehrjähriger Höchststände des Euro wollen Experten Aussagen von Draghi zur jüngsten Kursentwicklung am Devisenmarkt nicht ausschließen.

"Sollte Präsident Draghi den Anstieg des Euro als Quelle der Unsicherheit bezeichnen und keine Hinweise auf eine baldige Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik geben, dürften die Kurse an den Rentenmärkten steigen", sagte Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen.