Deutsche Anleihen: Deutliche Kursgewinne - Lagarde-Aussagen stützen

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Montag deutlich zugelegt. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> stieg um 0,44 Prozent auf 174,76 Punkte. Die Anleihen machten anfängliche Verluste wieder wett. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf minus 0,34 Prozent. Im frühen Handel war die Rendite allerdings mit minus 0,28 Prozent zeitweise auf den höchsten Stand seit Mitte 2020 gestiegen.

Am Nachmittag drückten Aussagen aus der Europäische Zentralbank (EZB) die Anleiherenditen. Präsidentin Christine Lagarde will die Finanzierungsbedingungen in der Pandemie günstig halten. "Die EZB beobachtet daher die Entwicklung der längerfristigen nominalen Anleiherenditen genau", sagte sie am Montag. Diese hätten Auswirkung auf die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen und Haushalte. Die Renditen seien ein früher Indikator für die Wirkung der Geldpolitik.

Die Renditen waren zuletzt gestiegen, da einige Anleger angesichts der konjunkturstützenden Maßnahmen von Regierungen und Notenbanken mit einer steigenden Inflation rechnen. Dies dürfte der EZB nicht gefallen, da sich so die Finanzierungsbedingungen verschärfen können. Nach den Aussagen von Lagarde sind die Renditen an den Anleihemärkten in vielen Ländern der Eurozone wieder gesunken.

Händler begründeten die Gewinne sicherer Anlagen aber auch mit der trüben Stimmung an den Aktienmärkten. Nur kurz wurden die Anleihen durch das Ifo-Geschäftsklima belastet. Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Februar trotz Corona-Beschränkungen aufgehellt. Gegenüber dem Vormonat stieg der wichtige Frühindikator auf den höchsten Stand seit Oktober. Der Anstieg fiel stärker als erwartet aus. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage besser als auch die Zukunftsaussichten.

"Das war eine deutlich positive Überraschung", sagte Uwe Burkert, Chefökonom der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Offenbar schauten die Unternehmen durch die Risiken einer dritten Corona-Welle hindurch. Auch die bislang nur zögerlichen Fortschritte der Impfungen trübten die Konjunkturhoffnungen nicht.