Deutsche Anleihen bleiben unter starkem Verkaufsdruck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Montag erneut deutlich gesunken. Am Nachmittag fiel der Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> um 0,58 Prozent auf 149,03 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg im Gegenzug auf 1,31 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2014.

Im Handelsverlauf weiteten die Bundesanleihen die Kursverluste kräftig aus. Marktbeobachter verwiesen auf eine allgemein freundliche Marktstimmung im Feiertagshandel. Mit Kursgewinnen an den europäischen Aktienbörsen schwächte sich die Nachfrage nach vergleichsweise sicheren Anlagen wie Bundesanleihen ab. Nachlassende Corona-Maßnahmen in chinesischen Metropolen sorgten für mehr Risikofreude bei den Anlegern. Außerdem wurde am Markt auf verbesserte Konjunkturdaten aus China verwiesen.

Seit mehreren Handelstagen treibt die hohe Inflation und damit die Aussicht auf zeitnahe geldpolitische Straffungen, nun auch durch die Europäische Zentralbank (EZB), die Renditen von Bundesanleihen stark nach oben. So hatte die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen Ende Mai noch an der Marke von einem Prozent gelegen.

Die EZB dürfte auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag die Einstellung ihrer Nettoanleihekäufe verkünden. Sie wird dann wohl eine Zinserhöhung auf ihrem darauffolgenden Treffen im Juli signalisieren.

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