Deutsche Anleihen bleiben unter Druck

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Freitag erneut gesunken. Bis zum Mittag gab der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> um 0,23 Prozent auf 153,38 Punkte nach. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen betrug 0,94 Prozent.

Belastet werden die Anleihen durch Aussichten auf weitere Leitzinserhöhungen weltweit. So lieferte US-Notenbankpräsident Jerome Powell Hinweise auf eine stärkere Zinserhöhung in den USA. Am Vorabend hatte Powell auf einer Podiumsdiskussion des Internationalen Währungsfonds deutlich gemacht, dass eine Erhöhung des Leitzinses um 0,50 Prozentpunkte auf der Zinssitzung im Mai möglich sei.

Zuvor hatten Signale aus den Reihen der Europäischen Zentralbank für eine Zinserhöhung bereits im Juli für einen kräftigen Anstieg der Renditen von Staatsanleihen aus der Eurozone gesorgt.

Überraschend positiv ausgefallene Konjunkturdaten aus der Eurozone spielten am Markt kaum eine Rolle. Dank eines Aufschwungs im Dienstleistungssektor hat sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im April überraschend verbessert.

"Die robusten Einkaufsmanagerindizes stehen im krassen Widerspruch zu anderen Konjunkturfrühindikatoren, wie etwa dem ifo-Geschäftsklimaindex für die deutsche Wirtschaft", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Während gemäß dem Einkaufsmanagerindex die konjunkturellen Schäden des Ukraine-Krieges und der aktuellen Lieferkettenproblematik halb so wild sind, signalisiert der ifo-Geschäftsklimaindex ernsthafte Rezessionsrisiken."

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