Deutsch-Irakerin reagiert auf Hetz-Sticker vor ihrem Fenster

Deutsch-Irakerin reagiert auf Hetz-Sticker vor ihrem Fenster

Mediya Baker erlebte vor ihrer Haustür eine unschöne Überraschung in Form eines Stickers: Die junge Frau, die aus dem Irak stammt und nach eigenen Angaben bereits seit 21 Jahren mit ihrer Familie in Deutschland lebt, fand vor ihrem Fenster den Aufkleber eines rechtsradikalen Blogs. "Für den Menschen, gegen den Islam" ist ebenso wie die URL zu der Website auf dem Aufkleber zu lesen.

Dass dieser Sticker genau vor ihrem Haus befestigt wurde, ist für Mediya Baker kein Zufall. Auf Facebook postete sie ein Bild der Botschaft und griff den Verfasser heftig an. "Nun habe ich mir aber diese auf dem Aufkleber angepriesene Internetadresse angeguckt und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es sich um nichts anderes als eine Community für Menschen mit rechter Gesinnung, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit handelt", schreibt Baker.

 

"Dass Muslime ihre Religion reflektieren, ist wichtig", heißt es in dem Facebook-Beitrag weiter. "Aber das wollen diese Leute anscheinend gar nicht. Sie würden lieber gar keine Muslime auf der Straße sehen, sie würden lieber den Islam aus dem öffentlichen Leben verbannen, anstatt 'Islamkritik' zu betreiben."

Ihre Familie habe sich ihr Leben in Deutschland hart erarbeitet. "Sie haben Jobs nicht bekommen und wurden schlechter bezahlt als ihre Kollegen und haben trotzdem weiter gemacht", berichtet Mediya Baker. Heute würden sie in einem Reihenhaus in einem bürgerlichen Viertel leben. "Ziemlich deutsch, was?", fragt Baker ihre Follower.

Der Sticker vor dem Haus einer Familie, "die mehr Integrationsarbeit geleistet hat, als ihr mit euren ausgrenzenden Statements jemals leisten werdet", erzürnt die Gründerin der feministischen Organisation "FeMijab". Sie ruft ihre Facebook-Freunde daher dazu auf, bei der Bundestagswahl ein Statement gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. "Es ist ein Appell an alle, die eine solche Ideologie nicht unterstützen wollen: Geht wählen und lasst eure Stimme präsent werden."