Deutlicher Ost-West-Unterschied beim schnellen Surfen im Internet

Netzwerkkabel eines DSL-Routers

Bei der Versorgung mit schnellem Internet ist der Ost-West-Unterschied immer noch groß. Einem "Highspeed-Korridor" im Westen und Südwesten stünden vergleichsweise langsame Geschwindigkeiten im Osten gegenüber, teilte das Vergleichsportal Verivox am Donnerstag mit. Deutlich sei auch der Unterschied zwischen Großstädten und eher ländlichen Regionen: Außerhalb der großen Städte gebe es weniger Auswahl und langsamere Verbindungen, und das zu teils höheren Preisen.

Verivox wertete die Daten aus 25 deutschen Großstädten aus. Durch das schnellste Internet klicken sich demnach die Düsseldorfer und Karlsruher, hier beträgt die Internetgeschwindigkeit im Schnitt 71 Megabit pro Sekunde. Oberhalb der Marke von 60 Megabit pro Sekunde liegen demnach auch Mannheim, Wiesbaden, Frankfurt am Main, Stuttgart, Köln und Dortmund - alles Städte aus dem Westen.

Mannheim habe in den vergangenen drei Jahren den größten Sprung nach vorn gemacht, ermittelte Verivox. Von 2013 bis 2016 stieg die Internetgeschwindigkeit von im Schnitt 45 auf 70 Megabit pro Sekunde.

Eine Ausnahme im Westen bildet Bayern: In Augsburg, München und Nürnberg liegt die Internetgeschwindigkeit im Schnitt noch unterhalb von 45 Megabit pro Sekunde - ebenso in den östlichen Städten Dresden, Erfurt und Magdeburg. In allen Flächenländern surfen Internetnutzer außerdem in Städten mit über 100.000 Einwohnern schneller als Bewohner kleinerer Ortschaften.

"Je dichter eine Gegend besiedelt ist, desto mehr lohnt sich für Anbieter der Netzausbau", erklärte Verivox-Experte Christian Schiele. In Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte entstünden höhere Kosten pro Kopf - das betreffe etwa Teile Bayerns oder die ostdeutschen Flächenländer. Die Digitale Agenda der Bundesregierung verspricht bis Jahresende 2018 allen Verbrauchern Anschlüsse von mindesten 50 Megabit pro Sekunde.