Deutlicher Anstieg der Bewerberzahlen bei der Bundestagswahl

Bundeswahlleiter Sarreither

Bei der Bundestagswahl am 24. September treten mehr Bewerber als bei den vorherigen Wahlen an. Für einen Sitz im Bundestag kandidieren in diesem Jahr insgesamt 4828 Menschen, wie Bundeswahlleiter Dieter Sarreither am Dienstag in Berlin mitteilte. Seit der Wiedervereinigung gab es demnach nur 1998 eine höhere Bewerberzahl. Der Frauenanteil unter den Kandidaten stieg auf 29 Prozent.

Die gestiegene Bewerberzahl bestätige nicht die allgemeine These von der Politikverdrossenheit der Bürger, sagte Bundeswahlleiter Sarreither. Nach seinen Angaben kandidieren im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren rund 400 Menschen mehr. Unter den insgesamt 4828 Bewerbern sind 1400 Frauen.

Der Frauenanteil erhöhte sich von 25,8 Prozent im Jahr 2013 auf 29 Prozent. Damit wurde fast der bisherige Höchstwert bei gesamtdeutschen Bundestagswahlen von 29,5 Prozent bei der Wahl im Jahr 1994 erreicht. Den niedrigsten Frauenanteil verzeichneten die Statistiker 1990 mit 24,2 Prozent.

Zwischen den Parteien gibt es dabei aber erhebliche Unterschiede. Den höchsten Frauenanteil aller derzeit im Bundestag vertretenen Parteien haben die Grünen, bei denen fast die Hälfte aller Kandidaten (47 Prozent) weiblich ist. Den geringsten Frauenanteil weist die CSU mit 22 Prozent auf.

Das Durchschnittsalter aller Bewerber liegt bei 46,9 Jahren und damit etwas niedriger als bei den Wahlen 2009 und 2013. Die größte Altersgruppe mit einem Anteil von 27,4 Prozent stellen die 50- bis 59-Jährigen. Der jüngste Bewerber ist 18 Jahre alt und tritt in einem Wahlkreis in Brandenburg an. Die älteste Kandidatin mit 89 Jahren bewirbt sich in Bayern für einen Sitz im Parlament.

Bei der Bundestagswahl am 24. September treten insgesamt 42 Parteien und damit so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung an. Insgesamt sind 61,5 Millionen Bürger wahlberechtigt. Bundeswahlleiter Sarreither rief die Menschen auf, ihre Stimmen abzugeben.