Deutlich mehr Gastronomie und Lebensmittelgeschäfte in deutschen Einkaufsstraßen

Einkaufswagen mit Lebensmitteln

Veränderte Kundenbedürfnisse haben die Laden-Landschaft in Deutschlands Haupteinkaufsstraßen binnen zehn Jahren stark gewandelt. Gastronomie und Lebensmittelhandel mieteten 2016 sechsmal mehr Raum in Premium-Innenstadtlagen an als noch 2006, wie eine am Montag veröffentlichte Marktanalyse des Immobiliendienstleisters JLL ergab. "Volle Taschen sind nicht mehr entscheidend für einen schönen Einkaufsbummel, sondern vielmehr das Erlebnis, der Genuss und das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun", erklärte Einzelhandelsexperte Dirk Wichner von JLL.

Die Zahl der neu angemieteten Fläche von Essens-Anbietern in Top-Innenstadtlage stieg von knapp 18.000 auf 100.000 Quadratmeter an. Bäcker, Supermärkte und Restaurants machten 2006 nur 8,3 Prozent des gesamten Umsatzes mit Vermietungen im Einzelhandel - 2016 waren es 20 Prozent. Im Textilhandel hingegen müsse laut Wichner "immer knapper kalkuliert werden".

Bei den jährlichen Neuanmietungen im Essens-Bereich bestritten Lebensmittelhändler 2006 wie 2016 etwa 47 Prozent. 30 Prozent mietete die Systemgastronomie wie etwa McDonald's oder KFC an - 2006 waren es nur 15 Prozent. Restaurants und Imbisse stiegen von drei auf 16 Prozent. Der Anteil von Kaffee-Anbietern und Bäckereien dagegen sank stark.