Deswegen sieht Pamela Anderson #metoo kritisch

Jeder in Hollywood habe von Harvey Weinstein gewusst, so Pamela Anderson. (Bild: Getty Images)

Sie kennt das System Hollywood und war jahrelang in einflussreichen Kreisen der US-Film-Industrie unterwegs. Nun äußerte sich Pamela Anderson über den Weinstein-Skandal: Die Frauen hätten gewusst, worauf sie sich einließen. Eine Schuldzuweisung solle das aber nicht sein.

Seit Wochen tobt in den sozialen Netzwerken eine Debatte über sexuellen Missbrauch. Angestoßen durch die Enthüllung der „New York Times“, wonach Hollywood-Produzent Harvey Weinstein über Jahrzehnte dutzende Frauen sexuell genötigt haben soll, äußern sich immer mehr Schauspielerinnen mit dem Hashtag #metoo zu dem Thema.

Nun sagte auch Pamela Anderson etwas zu dieser Angelegenheit. In der Sendung „Megyn Kelly Today“ stellte die gebürtige Kanadierin, die seit mehr als zwei Jahrzehnten in Hollywood tätig ist, klar: „Es ist Allgemeinwissen, dass man manche Produzenten und bestimmte Leute in Hollywood privat meiden sollte.“ Und dann fügte sie hinzu: „Du weißt, worauf du dich einlässt, wenn du alleine in ein Hotelzimmer gehst.“

Solche Situationen könne man mit gesundem Menschenverstand vermeiden: „Wenn dir jemand in einem Bademantel die Tür öffnet, dann geh wieder“, rät Anderson anderen Schauspielerinnen. „Hollywood ist sehr verführerisch und Leute wollen berühmt sein. Manche denken, sie seien sicher mit einem anderen Erwachsenen in einem Raum. Ich weiß nicht, wo diese Sicherheit herkommt.“

Anderson erzählt aus ihrer eigenen Karriere. Ihr seien Häuser, Geld und Filmrollen angeboten worden, die sie allesamt abgelehnt habe, „weil man es auf diese Art bekommt“. Sie sei eine Romantikerin. Als die Moderatorin Megyn Kelly fragt, ob sie eine Begegnung mit Weinstein hatte, antwortet Anderson: „Ja, er ist sehr einschüchternd.“ So bösartig wie Weinstein habe noch kein Mann zu ihr gesprochen.

Im Interview verriet die Sex-Ikone, dass sie eine Romantikerin sei. (Bild: Getty Images)

Dem Online-Portal „TMZ“ gegenüber verteidigte Anderson kurze Zeit später ihre Aussagen. Es gehe ihr nicht um eine Täter-Opfer-Umkehr. Niemals habe sie behauptet, Frauen hätten es verdient, missbraucht zu werden. Weinstein sei ein „sexistisches Schwein und ein Tyrann“. Dennoch müssten Frauen lernen, gewisse Anzeichen wahrzunehmen und dagegen angehen. „Es ist total heuchlerisch, diesen Aspekt zu verschweigen.“

Dass die Übergriffe Weinsteins nun enthüllt wurden, wundert die Schauspielerin und PETA-Aktivistin nicht im geringsten. „Jeder wusste davon.“

Im gleichen Interview sprach sich Anderson zudem gegen Online-Pornographie aus. Sie sei schädlich und könne zur Sucht werden. Außerdem sprach sie in höchsten Tönen von Wikileaks-Gründer Julian Assange, mit dem sie viel Zeit verbringe und den sie wegen seiner Intelligenz sehr schätze.