Designertaschen aus Flüchtlingsbooten

Das Material ist strapazierfähig, abwaschbar und hat eine besondere Geschichte. Das Berliner Non-Profit-Projekt Mimycri verwandelt kaputte Flüchtlingsschlauchboote zu Designertaschen. Das Recycling-Material kommt aus Griechenland, direkt von den Stränden der Insel Chios und wird in Berlin gemeinsam mit Geflüchteten verarbeitet.

Bei freiwilligen Hilfseinsätzen 2015 in Griechenland kamen die beiden Projektgründerinnen Nora Azzaoui und Vera Günther auf die Idee.

"Wir wollen eine andere Art und Weise der Auseinandersetzung mit dem Flüchtlingskontext hier in Deutschland und Europa schaffen dadurch, dass wir etwas schaffen, was anfassbar und greifbar ist und gleichzeitig zeigt, dass aus etwas Altem etwas Neues entstehen kann", erklärt Günther.

Dabei geht es auch darum zu zeigen, wie viele Talente die Menschen, die nach Deutschland fliehen, mitbringen. Beispielsweise Abid Ali aus Pakistan. Der 35-Jährige näht seit seinem zwölften Lebensjahr. Über Facebook erfuhr er von dem Non-Profit -Projekt. Seitdem ist er mehrere Tage in der Woche in der Werkstatt, wo er hin und wieder auch defekte Maschinen repariert.

Nicht nur das Endprodukt zählt, sagen die Designerinnen, sondern der Entstehungsprozess, dass man zusammenkommt, gemeinsam etwas erschafft und voneinander lernt. Die Einnahmen aus dem Verkauf im Online-Shop gehen an die Mitarbeiter und das Projekt.