Designerin Leyla Piedayesh hofft auf Veränderungen im Iran

Modeschöpferin Leyla Piedayesh (51) hofft angesichts der Proteste im Iran auf dauerhafte Veränderungen.

Leyla Piedayesh spricht über die Proteste im Iran. (Bild: Christian Marquardt/Getty Images)
Leyla Piedayesh spricht über die Proteste im Iran. (Bild: Christian Marquardt/Getty Images)

Die Designerin wurde in dem Land geboren, kam im Kindesalter nach Deutschland und gründete später das Modelabel "Lala Berlin". "Ich hoffe, dass sich alles ändert", sagte Piedayesh. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Hidschab in der Form, wie er bisher auferzwungen worden ist, noch existenzfähig sein kann."

Sie hoffe, dass die Regelung zum Tragen eines Kopftuchs aber nicht das einzige sei, was sich ändern werde, sondern dass da mehr komme, sagte Piedayesh der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe nicht bloß um Reformen, sondern um eine Veränderung des gesamten Systems.

Engagement für die Demonstrierenden

Im Iran demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem. Auslöser der Proteste war der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini Mitte September. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam.

Gemeinsam mit anderen Frauen engagiert sich Piedayesh nun. Ihren Angaben zufolge hat sich eine Gruppe iranischer Frauen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammengefunden.

Bei ausgewählten Veranstaltungen soll ein Pullover für den guten Zweck verkauft werden. "So ergeben sich auf einmal Netzwerke und Verbindungen, von denen du gar nicht wusstest, dass sie existieren und dass sie so viel bewirken können."

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