Design geklaut? Souvenir-Hersteller verklagt Balenciaga

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Dieses Design könnte Balenciaga teuer zu stehen kommen. (Bild: Farfetch)

Das spanische Modehaus rund um Chefdesigner Demna Gvasalia ist dafür bekannt, Alltagsaccessoires wie Einkaufstüten in High-Fashion zu verwandeln. Nun könnte das Unternehmen es jedoch zu weit getrieben haben.

Im vergangenen Jahr präsentierte Gvasalia zusammen mit Balenciaga bereits eine Ikea-Lookalike-Tasche, sein eigenes Label Vetements brachte 2016 ein Shirt im DHL-Style heraus. Nun könnte ihm eine „New York City“-Shopper-Tasche zum Verhängnis werden, die – in einer deutlich günstigeren Variante – wohl von unzähligen US-Touristen getragen wird.


„Links: eine NYC-Souvenir-Stofftasche im Souvenirladen des JFK-Flughafens. Rechts: Die Balenciaga-Version, die gerade für 1.950 Dollar verkauft wird. Demna, du gerissener Hund!“

Der New Yorker Souvenirhersteller City Merchandise Inc. hat in der vergangenen Woche in Zusammenhang mit der kitschigen Tasche mit Skyline-Aufdruck wegen Urheberrechtsverletzung Klage eingereicht. In der Klageschrift heißt es laut dem Modemagazin „Fashionista“ unter anderem, dass die Balenciaga-Tasche aufgrund ähnlicher Motive, Farbgestaltung und Layouts praktisch nicht von der Souvenirtasche zu unterscheiden sei. Das „Gesamtkonzept und -gefühl“ sei identisch.

Die komplette Kollektion wird geprüft. (Bild: Foto aus den offiziellen Gerichtsakten)

City Merchandise Inc. fordert nun „Fashionista“ zufolge eine Unterlassung, Schadensersatz sowie die Einnahmen, die Balenciaga America mit der Tasche gemacht hat. Im Bezug auf frühere sogenannte Rip-off-Designs heißt es in der Klageschrift: „Basierend auf seinem fragwürdigen Ruf in der Modeindustrie aufgrund der Verwendung der Arbeiten anderer sowie öffentlicher Aussagen von Herrn Gvasalia, sollte es keine Überraschung sein, dass der Angeklagte das Design des Klägers im Zusammenhang mit den urheberrechtsverletzenden Produkten kopiert hat und es als sein eigenes ausgegeben hat.“

Sollte das Souvenirunternehmen mit seiner Klage erfolgreich sein, könnte es eine ordentliche Zahlung erhalten: Balenciaga verkauft die „New York City“-Shopper seit Anfang des Jahres für umgerechnet 1.670 Euro. Die vermeintlichen Originale gibt es währenddessen für umgerechnet 17 Euro zu haben.