Deshalb werden Hähne von ihrem eigenen Krähen nicht taub

Forscher haben herausgefunden, dass Hähne von ihrem eigenen Lärm nicht taub werden. (Bild: ddp Images)

Jeder Mensch, der schon mal einen Hahn krähen gehört hat, weiß, wie ohrenbetäubend dieser Lärm sein kann. Der Hahn selbst kann aber nicht von seinem eigenen Krähen taub werden. Warum das so ist, haben nun Wissenschaftler aus Belgien herausgefunden.

Hähne sind resistent gegen ihren eigenen Lärm, warum das so ist, hat ein Forscherteam um Raf Claes von der Universität Antwerpen und Universität Gent in einer Studie nun klären können: Hähne besitzen körpereigene Ohrstöpsel. In der Studie, die die Belgier in der Zeitschrift „Zoology“ veröffentlichten, erklären sie den Mechanismus, der verhindere, dass Hähne beim Krähen das eigene Gehör beschädigten.

Hähne sind so laut wie eine Kettensäge oder ein Düsenjetflieger

Zuerst hatte man das Krähen eines Hahns gemessen, dafür hatten die Wissenschaftler Mikrofone direkt am Kopf der Tiere angebracht. Aufnahmen von verschiedenen Hähnen zeigten, dass die Durchschnittsintensität des Krähens bei über 100 Dezibel lag – knapp über der Schmerzgrenze fürs menschliche Ohr.

Somit ist ein ausgewachsener Hahn so laut wie eine Kettensäge. Zwei der Tiere erreichten im Test sogar 140 Dezibel, was in etwa so laut wie ein Düsenjetflieger ist. Wer ständig solch einem Lärm ausgesetzt wird, kann die Haarzellen seines Innenohrs auf Dauer schädigen und riskiert damit sogar einen kompletten Hörverlust.

Die Forscher hatten für ihre Studie auch die Schädelstruktur der Tiere untersucht, bei einer Computertomografie entdeckten sie, dass sich beim Öffnen des Schnabels der Gehörkanal verschließt und dabei ein Gewebestück den Gehörgang abdeckt, was die gleiche Wirkung wie die von einem Ohrstöpsel hat.

Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass sich – im Gegensatz zum Menschen – beschädigte Haarzellen im Ohr eines Hahns in wenigen Tagen wieder regenerierten. Falls ein Hahn überhaupt mal vom eigenen oder anderen Lärm taub werden sollte, wäre es in der Regel nicht dauerhaft.