Derzeit mehr als 3000 Verfahren gegen VW an Landgerichten anhängig

Volkswagen sollte seinen deutschen Kunden nach Ansicht von Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) in der Abgasaffäre stärker entgegenkommen. "Es wäre ein wichtiges Signal, wenn VW die Frist für die Rechte auf Gewährleistungen von Verbrauchern noch einmal verlängert", sagte Maas dem "Handelsblatt"

Gegen Volkswagen sind wegen des Abgas-Skandals mehr als 3000 Verfahren an Landgerichten anhängig. Rund 350 Verfahren wurden entschieden, in 75 Prozent der Fälle wurde die Klage abgewiesen, wie das "Handelsblatt" am Dienstag unter Berufung auf VW berichtete. Bei den restlichen Fällen ging der Autobauer in Berufung. Bis zu einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) wird es voraussichtlich drei bis vier Jahre dauern.

Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) fordert daher von VW, seinen Kunden stärker entgegenzukommen. "Es wäre ein wichtiges Signal, auch um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, wenn VW die Frist für die Rechte auf Gewährleistungen von Verbrauchern noch einmal verlängert", sagte Maas dem "Handelsblatt". Dies sei für die Verbraucher vor allem wichtig, wenn die Rückrufaktion nicht bis zum Jahresende abgeschlossen werden könne oder noch nicht abschließend geklärt sei, ob neben den Nachbesserungsansprüchen weitere Ansprüche der Kunden bestehen.

Ein Sprecher des Konzerns bekräftigte gegenüber der Zeitung, die Gewährleistungsfrist werde über das Jahr 2017 hinaus nicht verlängert. Betroffene VW-Kunden können danach keine juristischen Schritte mehr gegen den Autokonzern einleiten. Es geht um Schadenersatzansprüche, den Rücktritt vom Vertrag oder die Minderung des Kaufpreises.