Derby-Pleite für Klopp doppelt bitter: "Das ist schwer zu verkraften"

SPORT1
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Der Negativlauf von Jürgen Klopp und seinem FC Liverpool in der englischen Premier League nimmt historische Dimensionen an. (Spielplan und Ergebnisse der Premier League)

Der Titelverteidiger verlor das Stadtderby gegen den FC Everton 0:2 (0:1) und kassierte damit die bereits vierte Niederlage an der Anfield Road in Folge. Das hatte es zuletzt vor knapp 100 Jahren gegeben - im Dezember 1923!

In der Ära Klopp gab es zudem noch nie vier Pleiten auf Reihe überhaupt - und zum bis dato letzten Mal legten die Reds im Dezember 2002 einen solchen Negativlauf hin.

Damit nicht genug: Liverpool verlor überdies erstmals seit dem 27. September 1999 ein Merseyside-Derby auf heimischem Geläuf. (NEWS: Alles zur Premier League)

FC Liverpool: Historische Pleite im Merseyside-Derby

"Es ist schwer zu verkraften, aber wir haben dieses frühe Tor kassiert, das völlig unnötig war, das müssen es besser verteidigen", sagte Klopp der BBC. "Wir haben in der ersten Halbzeit einige Chancen kreiert und in der zweiten Halbzeit noch mehr, aber wir haben unsere Situationen nicht zu Ende gespielt."

Ein Abend schlichtweg zum Vergessen: Die erfolgreiche Titelverteidigung hatte Teammanager Klopp vor dem jetzigen Duell ohnehin schon abgehakt - nun droht Liverpool auch den Anschluss an die Champions-League-Plätze zu verlieren.

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Als Sechster haben die Reds, die unter der Woche beim 2:0 gegen RB Leipzig noch gewonnen hatten, nunmehr drei Zähler Rückstand auf Platz vier, der für die Königsklasse genügt. (Tabelle der Premier League)

Trotz deutlich mehr Ballbesitz und zahlreichen Torchancen gelang dem Titelverteidiger kein Treffer - Everton dagegen schlug gleich zu Beginn durch Richarlison (3.) zu und zog in der Tabelle nach Punkten mit dem Rivalen gleich.

Ex-Bayern-Coach Ancelotti jubelt bei Everton

Everton, trainiert vom ehemaligen Bayern-Coach Carlo Ancelotti, konzentrierte sich fortan auf die Defensive und brachte den ersten Sieg an der Anfield Road seit mehr als 20 Jahren mit etwas Glück über die Zeit.

Ein umstrittener Foulelfmeter, den der frühere Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson (83.) verwandelte, sorgte für die Entscheidung.

"Ich möchte heute nicht über die guten Dinge sprechen, denn wir haben das Spiel verloren. Wir müssen es einfach besser machen - das ist unser Rettungsanker, um weiterzumachen", sagte Klopp und nahm sein Team in Schutz.

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Doppelt bitter für Liverpool, wo auch der ehemalige Schalker Ozan Kabak beim unzulänglichen Abwehrversuch vor dem 0:1 mit im Fokus stand, später auch noch die Gelbe Karte sah (45.) wegen eines Fouls an Seamus Coleman: Kapitän Jordan Henderson verletzte sich nach einem Sprint ohne erkennbare Fremdeinwirkung, musste verletzt raus (26.).

Auch Kapitän Henderson verletzt

"Es ist der Leisten- und Adduktorenbereich", gab Klopp am späten Samstagabend ein Update noch ohne eine konkrete Diagnose. "Es sieht nicht gut aus, aber wir müssen natürlich hoffentlich morgen auf den Scan warten."

Damit haben sich die ohnehin schon gravierenden Personalsorgen noch weiter verstärkt - die im Hinspiel zwischen Liverpool am 17. Oktober 2020 (2:2) mit der schwerwiegenden Knie-Verletzung des seitdem ausfallenden Abwehr-Superstars Virgil van Dijk ihren Anfang genommen hatten.

Unter anderem die Leistungsträger Joe Gomez, Joel Matip und Fabinho stehen ebensowenig zur Verfügung.

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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