Der Zinsanstieg und die Folgen für die Anleger

Carsten Mumm, Chefvolkswirt und Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Privatbank Donner & Reuschel, hat eine Warnung ausgesprochen. (Bild: AFP)

Obwohl Mario Draghi in der ersten Pressekonferenz des Jahres nichts wirklich Neues erzählt hat, haben die Anleihemärkte verstimmt auf die Worte des EZB-Chefs reagiert. Anleger sollten daraus ihre eigenen Schlüsse ziehen und ihre Investments überdenken.

Im „Manager Magazin“ spricht Carsten Mumm, Chefvolkswirt und Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Privatbank Donner & Reuschel, eine ziemlich konkrete Warnung an Anleger aus: „Wer kann, sollte vorerst auf extrem niedrig verzinste deutsche Staatsanleihen verzichten.“ Bei deutschen Bundesanleihen sei die Gefahr erheblicher Verluste einfach zu groß.

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Der Volkswirt vermutet, dass die seit Jahresanfang steigenden Renditen auch weiterhin steigen werden. Ein Trend, der spätestens im September einen weiteren Schub erfahren dürfte. Dann nämlich endet das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), das den Stand der Rendite momentan künstlich auf etwa 0,7 Prozent hält. Mumm geht davon aus, dass sich die Rendite danach auf mindestens 2 Prozent einpendeln wird, was dem fairen Wert der Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe entsprechen dürfte.

Der Experte gründet seine Prognose auf einen bestimmten Teil der Pressekonferenz, die EZB-Chef Mario Draghi am 25. Januar gehalten hat. Darin hatte Draghi die starke Dynamik und Robustheit der europäischen Konjunktur betont, womit laut Mumm auch den letzten Zweiflern klar geworden sei, „dass bei anhaltendem Konjunkturaufschwung der Kauf von Anleihen durch die EZB nicht mehr länger als zugesichert notwendig ist.“

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Die Folge: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe kletterte auf über 0,72 Prozent und der Euro stieg gegenüber dem US-Dollar auf 1,25 EUR/USD. Mumm sieht das als „Vorzeichen einer gesunden Normalisierung des durch die EZB-Aktionen überlagerten Anleihemarktes“. Die Renditen der deutschen Anleihen werden also weiter steigen.

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