Der Hafen von Abidjan, das Drehkreuz der Elfenbeinküste

Er ist der wirtschafliche Motor der Elfenbeinküste, der Hafen von Abidjan. Hier treffen Handelsgüter aus dem In- und Ausland ein. Der Hafen ist für 80% der Zolleinnahmen des Staates verantwortlich. Doch seit seinem Bau 1950 muss er überholt werden: Um ihn besser für die Zukunft zu rüsten, finden derzeit Ausbauarbeiten statt, die vor zwei Jahren begannen.

Angesichts des steigenden Frachtverkehrs in Westafrika ist der Ausbau von entscheidender Bedeutung. Nicht nur für das Land, sondern für die benachbarten Länder, die selbst keinen Zugang zum Meer haben: Mali, Burkina Faso und Niger. Im Hafen von Abidjan werden jährlich 20 Millionen Tonnen Waren befördert. Tendenz steigend. Denn der Hafen wird ausgebaut und der Kanal, der zum Meer führt, vertieft.

Die Maßnahmen sind das Herzstück des Projekts. Außerdem soll ein zweiter Container-Terminal entstehen. Ziel ist, auch die modernsten Frachter ohne Größenbeschränkung einlaufen zu lassen. Der Direktor des Hafens Hien Yacouba Sié sagt, “den Hafen von Abidjan können derzeit Schiffe mit 11 Meter 50 Tiefgang anfahren, das sind jeweils nicht mehr als 3.500 Container. Wenn das Projekt beendet ist, können Frachter mit einer Kapazität von 14.000 Containern den Hafen von Abidjan ansteuern.”

Das neue Hafenterminal wird sich über die Lagune erstrecken. Immense Betonblöcke sichern den zukünftigen Kai. Die Bauarbeiten werden von einem chinesischen Unternehmen durchgeführt, der China Harbour Engineering Company. Projektmanager Zhibin ZHANG erklärt, “die Container werden mit dem Schiff zur Baustelle gebracht. Dort werden sie aufgereiht, um den Kai zu bauen. Unser Projekt ist enorm. Für die Bauarbeiten haben wir 50 Schiffe zur Verfügung, die in alle Richtungen navigieren. Unsere größte Herausforderung ist, die Verkehrssicherheit zwischen unseren Schiffen und denen im Hafen von Abidjan zu gewährleisten.”

Die Bauarbeiten sind voraussichtlich im August 2019 fertig gestellt. Mehr als die Hälfte der Arbeiten wurden bereits durchgeführt. Die Kosten belaufen sich auf eine Milliarde Euro. Eine Investition, die für die Zukunft des Hafens entscheidend ist. “Ursprünglich wurde der Hafen für die gesamte Region konzipiert. Hinzu kommt die florierende Wirtschaft der Elfenbeinküste. Als es die politische Krise gab, verlagerten sich viele Aktivitäten auf Lomé in Togo, Tema in Ghana und Cotonou in Benin, nun kehren sie zurück. Die Menschen kommen wieder, denn was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft, ist der Hafen von Abidjan sehr gut aufgestellt,” hofft Yacouba Sié.

Sind die Arbeiten erst einmal beendet, will der Hafen von Abidjan seine Rolle als wichtigster westafrikanischer Umschlagplatz ausbauen.