Trauer um einen großen Gentleman: Ein Nachruf auf Siegfried Rauch

Siegfried Rauch verstarb im Alter von 85 Jahren. (Bild: Hannes Magerstaedt/Getty Images)

Mit Siegfried Rauch starb einer der beliebtesten deutschen Schauspieler der letzten Jahrzehnte. Von legendären Hollywood-Filmen bis zum deutschen Familien-Fernsehprogramm: die Lücke, die er hinterlässt, ist riesig.

Er war jahrzehntelang ein vertrautes Gesicht, das aus dem deutschen Fernsehen nicht wegzudenken war. „Ein Kapitän muss etwas Väterliches haben“, erklärte Siegfried Rauch einmal über seine Paraderolle als „Traumschiff“-Kapitän Jakob Paulsen – und seine Fans werden dem beipflichten. So erinnert man sich schließlich am liebsten an ihn: als freundlich-väterlichen Gentleman, bekannt aus über 500 Filmen und TV-Produktionen, als einen zugänglichen Star, der da war, seit man denken kann.

Dass Siegfried Rauch nicht nur den Familienvater oder Bootskapitän spielen konnte, zeigte er schon früh. 1971 spielte er an der Seite von Hollywood-Ikone Steve McQueen in „Le Mans“ den Rennfahrer Erich Stahler. Mit McQueen verband ihn dadurch eine tiefe Freundschaft. Auch in anderen Hollywood-Produktionen wirkte Rauch mit – etwa in den Kriegsfilmen „Patton – Rebell in Unifrom“ und „The Big Red One“.

Eigentlich war es Siegfried Rauchs Plan gewesen, Architekt zu werden. Nach seiner ersten Rolle („Der Geierwally“) landete er mit einem Umweg über die Theaterbühne aber doch in Fernsehen und Kino. Sein schauspielerisches Repertoire war groß, er konnte als Lex-Barker-Ersatz den Old Shatterhand genau so überzeugend darstellen wie Thomas Lieven in der Simmel-Adaption „Es muß nicht immer Kaviar sein“.

Rauch als Traumschiff-Kapitän. (Bild: ZDF/Dirk Bartling)

Bei all seinen zahlreichen Engagements gibt es aber natürlich ein paar Rollen, an die sich seine Fans am liebsten erinnern und mit denen Rauch sich in die Herzen von Millionen spielte. Das war neben dem „Traumschiff“ vor allem der „Bergdoktor“: Seit 2005 spielte er in der TV-Produktion die Rolle des Dr. Roman Melchinger, wurde 2015 sogar zum beliebtesten TV-Arzt des Landes gewählt. Rauch schaffte es, über Jahrzehnte ein wahrer Publikumsliebling zu bleiben – vielleicht, weil man mit ihm etwas Besonders verband, ein Stück heile Welt.

Ebenfalls unvergessen: Rauchs Rolle als Familienvater Florian Behringer in der Kult-Serie „Eine glückliche Familie“. Dem Serientitel zum Trotz erlebte die Familie – neben Rauch spielte unter anderem Maria Schell in der Serie mit – allerlei Probleme und Tragödien. Rauch spielte auch diese Rolle mit Witz, Sorgfalt und jeder Menge Fingerspitzengefühl.

Auch privat lief es für Rauch bestens. „Ich hatte halt Glück: Ich habe die beste Frau gefunden“, erzählte er zu seinem 85. Geburtstag der „Münchener Abendzeitung“. Rauch hatte zwei Söhne, Benedikt und Jakob (dessen Taufpate: Steve McQueen).

Siegfried Rauch, der „Sigi“, wie er genannt wurde, lebte mit seiner Frau Karin in einem Bauernhof im oberbayerischen Untersöchering. Dort besuchte er gestern ein Fest der Freiwilligen Feuerwehr. Als er, in Begleitung eines Feuerwehrmanns, das Fest wieder verlassen sollte, stürzte er über eine Treppe. Er erlag noch vor Ort seinen Verletzungen.

Siegfried Rauch wurde 85 Jahre alt. Er hinterlässt eine große Lücke in der deutschen Film- und TV-Landschaft.