Depressionen sind zur Volkskrankheit geworden: Eine App soll helfen

Nadine Cibu
Weniger Schlaf, bessere Stimmung
  • Schlafstörungen sind eine der häufigsten Begleiterscheinungen von Depressionen
  • Mit der App “Get.Up” soll den Betroffenen langfristig geholfen werden

Angelika Schwenke muss aufstehen und zu einer Fortbildung fahren. Doch ihr Körper hält sie zurück.

Ihr fehlt die Motivation, die Hoffnung, die Kraft. Sie schleppt sich aus dem Bett, so kaputt, als hätte sie schon zwölf Stunden gearbeitet.

Und das war nicht nur an einem Tag so – sondern mehrmals die Woche. Furchtbar sei das gewesen, sagt Schwenke im Gespräch mit der HuffPost. “Ganz furchtbar.”

Nach dem Aufstehen war die Tortur noch nicht zu Ende. Vor dem Spiegel ging es weiter. Die 64-Jährige wollte sich einen Zopf machen. Eigentlich eine Aufgabe von fünf Minuten.

Doch dann schaute Schwenke auf die Uhr: “Was? Schon eine halbe Stunde vergangen?”

Mal wieder wird sie zu spät kommen. Mal wieder nahm ihr die Antriebslosigkeit die Zeit.

Heute weiß Schwenke, dass es sich nicht um ihr persönliches Versagen handelte, sondern um eine Krankheit. Dass es die Depression war, die ihr jedwede Kraft raubten.

Vor zehn Jahren bekam die Kommunikationstrainerin die Diagnose. Mittlerweile geht es ihr besser. Schwenke nutzt eine App – sie könnte auch tausend weiteren Menschen in Deutschland helfen. 

Volkskrankheit Depression

Vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an Depressionen, wie Zahlen der “World Health Organisation” belegen.

Vielen der Betroffenen geht es wie Schwenke: Sie fühlen sich antriebs- und hoffnungslos, können sich nicht konzentrieren und empfinden keine Freude. Angst sowie Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle bestimmen ihren Alltag.

Mit furchtbaren Folgen: Nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe lässt sich ein Großteil der in etwa 10.000 Suizide pro Jahr hierzulande auf eine Depression zurückführen.

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