Das Depot besser in Ruhe lassen: Warum ich nichts vom sogenannten Rebalancing halte!

·Lesedauer: 3 Min.
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Hattest du dir die Aktienanlage auch so easy vorgestellt wie ich? Einfach ein Depot mit tollen Werten zusammenstellen und dann den Kursen beim Steigen zusehen. So oder so ähnlich hatte ich es mir jedenfalls ausgemalt, als ich anfing, mich für die Börse zu interessieren. Heute weiß ich, dass es so natürlich nicht vonstattengeht. Und ich denke, dass die meisten Leser mir an dieser Stelle zustimmen werden.

Die in einem Depot enthaltenen Aktien entwickeln sich nun mal in der Regel etwas unterschiedlich. Während einige mächtig im Kurs nach oben drängen, gibt es natürlich auch Titel, die dieser Entwicklung ein wenig hinterherhinken. Und wieder andere könnten auch gnadenlos im Minus notieren. Aber alles in allem sollte sich ein gutsortiertes Depot nach einiger Zeit insgesamt natürlich im positiven Bereich befinden.

Aber mit längerer Anlagedauer wird sicherlich jeder Investor irgendwann mit dem Thema Rebalancing konfrontiert. Was es damit auf sich hat und warum ich kein so großer Freund davon bin, das erfährst du im heutigen Artikel.

Was verbirgt sich hinter dem Rebalancing?

Rebalancing heißt auf Deutsch eigentlich Neugewichtung und ist ein Begriff aus der Finanztheorie. Anwendung findet das Rebalancing bei Geldanlagen an den Finanzmärkten. Hier geht es im Prinzip darum, in einiger Regelmäßigkeit Vermögenswerte wie beispielsweise Aktien und Anleihen in einem Portfolio zu kaufen oder zu verkaufen.

Und zwar werden hier die entsprechenden Assets in der Absicht umgeschichtet, eine bestimmte Vermögensallokation (Anlageaufteilung) wieder herzustellen. Es wird mit dem Rebalancing also versucht, ein Portfolio wieder in ein gewisses Gleichgewicht zu bringen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um verschiedene Anlageklassen oder wie im heutigen Beispiel nur um Aktien handelt.

Denn wie oben bereits angesprochen, entwickeln sich Titel in einem Depot meistens recht unterschiedlich. Dieser Umstand ist eigentlich nicht schlimm. Doch wenn nun zwei oder drei Aktien so stark im Kurs zulegen, dass sie das Depot dominieren, dann denken nicht wenige Anleger über ein Rebalancing nach. Ziel dieser Übung ist es, durch gezieltes Umschichten die im Depot enthaltenen Werte wieder etwas gleichmäßiger zu gewichten.

Und der Hintergrund dafür ist denkbar einfach. Sollten nämlich gerade diese etwas heißgelaufenen Titel im Kurs abstürzen, so würde sich dies überproportional negativ auf den Gesamtdepotwert auswirken.

Aber ist so eine Neugewichtung wirklich ratsam?

An dieser Stelle gehen die Meinungen bestimmt weit auseinander. Ich bin beim Rebalancing für ein reines Aktiendepot eher skeptisch. Warum das so ist, wird meines Erachtens deutlich, wenn man es sich einmal aus folgender Perspektive betrachtet. Im Endeffekt muss ja beim Rebalancing ein Teil des Bestandes von den am besten gelaufenen Aktien abgebaut werden. Und zwar mit dem Ziel, mit dem frei gewordenen Kapital die Werte aufzustocken, die sich nicht so gut entwickelt haben.

Doch genau das sehe ich äußerst kritisch. Denn die Logik dahinter leuchtet mir irgendwie nicht so richtig ein. Wenn ich zum Beispiel einen Rennstall besitze, dann würde ich doch auch nicht auf die Idee kommen, einen Teil meiner besten Pferde zu verkaufen, um dann das erhaltene Geld in das Training für die „lahmen Gäule“ zu investieren.

Weiterhin ist es ja durchaus auch so, dass natürlich jeder Kauf oder Verkauf mit Kosten verbunden ist. Aber auch diese sollten bei der Geldanlage ja eigentlich möglichst niedrig gehalten werden. Vielleicht sehe ich die Sache aber auch nur ein wenig überspitzt. Trotzdem konnte ich mich bisher noch nicht zu einem Rebalancing meines Depots entschließen. Und ich ziehe diesen Schritt auch für die Zukunft nicht in Betracht.

Der Artikel Das Depot besser in Ruhe lassen: Warum ich nichts vom sogenannten Rebalancing halte! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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